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drei

Zwei Museen in Düren

Die Stadt Düren ist nun wahrlich keine Schönheit. Im zweiten Weltkrieg wurde da viel zerstört und dann mit dem Charme der 50iger und 60iger Jahre wieder aufgebaut. Ein Stadtbummel bietet sich also eher nicht an – aber ein Museumsbesuch. Wir waren also am 30. Dezember im Museum, in zwei zusammenhängenden Museen, um genau zu sein.

Das Leopold-Hoesch-Museum:

Das Museum ist benannt nach einem wohltätigen Industriellen und wurde 1905 als neoklassizistischer Bau errichtet. Es hat ein beeindruckend schönes Treppenhaus mit Marmorsäulen und allem Schnickschnack – und einen modernen Anbau, der Raum für die gleichfalls moderne Kunst bietet. Das Museum verfügt über eine umfangreiche Sammlung der klassischen Moderne, insbesondere des deutschen Expressionismus. Man liest überall bekannte Namen: Emil Nolde, Oskar Kokoschka, Max Beckmann, Lovis Corinth, Otto Mueller, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Ernst Ludwig Kirchner, Wassiliy Kandinsky, Alexej von Jawlensky, Otto Dix, Paula Modersohn-Becker, Marianne von Werefkin… ich mag viele expressionistische Bilder, hier waren auch einige sehr schöne dabei. Besonders spannend fand ich ein auf Samt gemaltes Bild von Alex Müller, das aber aus neueren Zeiten stammt (Stephanios, 2011).

Wir mochten die Lichtinstallation von Otto Piene, das hatte was von Sternenhimmel oder Planetarium. Mit der Sonderausstellung Thomas Arnolds, Duktusinduziert, konnten wir beide hingegen nichts anfangen. Das war großflächig abstrakt, weiße Farbwürste auf weißem Grund, wobei ich mich bei dem Gedanken erwischte, dass es da schade um die viele Farbe war… aber gut, Kunst ist immer auch Geschmackssache, gerade auch zeitgenössische Kunst.

Auf jeden Fall war der Kontrast spannend, das klassische Gebäude und die moderne Kunst. Und die expressionistischen Klassiker in echt zu sehen, war auch schön. Ansonsten war ich milde erstaunt, dass wir an einem Sonntag zwischen den Feiertagen nicht ganz alleine dort waren; es waren andere Besucher da, auch Familien mit Teenagerkindern, die ich jetzt nicht gerade in einer Kunstsammlung erwartet hätte.

Das Papiermuseum Düren:

Das Papiermuseum befindet sich gleich neben dem Leopold-Hoesch-Museum und bezieht sich auf die lange Tradition der Papierherstellung in der Gegend. Es begann mit Papiermühlen an den Flusstälern und noch heute findet sich in der Gegend Papierindustrie.

Das Papiermuseum wurde 2017 umgestaltet und bietet jetzt einen modernen, vielfältigen Blick auf Papier. Auf die Herstellung, die Nutzung, die Geschichte. Es gibt viel zum Anfassen, man kann auch Papier selber machen. Ich mochte besonders, dass viele Erklärungen in Papier sind, handgeschriebene Papiere zum Aufklappen oder Diagramme als Papier pop-up-Mappen. Das war spaßig.

Als Museum zum Anfassen ist es natürlich auch was für die ganze Familie – dass hier viel los war an einem trüben Sonntag hat mich daher gar nicht gewundert.

Wir sind durch die Ausstellung geschlendert, haben geguckt und relativ wenig angefasst. Dafür haben wir oben die Ausstellung historischer Papierdokumente recht genau studiert und uns über die ausgestellten Kuriositäten amüsiert. Wirklich was Neues hab ich aber eher nicht gelernt (und Fotos zeige ich hier nicht, weil das mit den Rechten ja immer so eine Sache ist).

Das Papiermuseum ist einen Besuch wert. Mir hat das in Kombination mit dem Leopold-Hoesch-Museum gut gefallen – das Papiermuseum allein wär vielleicht ein bisschen wenig gewesen und andererseits wurde die große Kunst durch das Mitmachmuseum aufgelockert. Kann man gut machen (und ist mit Kombiticket auch günstiger).

Stimmung:
gebüldet
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