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Rom und Vatikan

Der nächste Tag führte uns in die Nähe von Rom. Das Schiff legte im Hafen von Civitavecchia an, das sind noch gut 70 km bis in die Ewige Stadt. Da wir was von Rom sehen wollten, hatten wir uns wieder vorab um einen Ausflug gekümmert: wir wollten die Vatikanischen Museen sehen, den Petersdom und eine Stadtrundfahrt machen. Das war weise gewählt, weil wir uns so meistenteils in Gebäuden oder im Bus aufhielten und nicht die ganze Zeit dem Regenwetter ausgesetzt waren.

Los ging es mit dramatischem Himmel noch im Hafen von Civitavecchia:



In Rom ging es direkt zu den Vatikanischen Museen, in die wir dank des Gruppenausfluges auch ohne große Verzögerungen reinkamen. Das ist ein Touristenmagnet, das sind da schon mal 20.000 Touristen am Tag (!) – man kann sich ungefähr vorstellen, wie voll es da war. Respekt für unsere Führerin, die uns als Gruppe immer zusammengehalten und flott und ohne Probleme durchgelotst hat. Sie hat auch interessante Dinge erzählt, das war wirklich gut gemacht. Auf eigene Faust würde man aber vermutlich sehr viel mehr Zeit in den Museen verbringen, so war es doch nur eine kurze Stippvisite, damit man mal einen Blick drauf geworfen hat.

Ein paar Eindrücke:



Wir haben verschiedene Teile der Ausstellungen gesehen. Die Vatikanischen Museen beherbergen die Päpstlichen Sammlungen. Dazu gehören einige der berühmtesten Kunstschätze der Welt.



Die Sammlung ist eine der wichtigsten und größten der Welt und mit den Bereichen orientalische Altertümer (Altes Ägypten und Assyrien), klassische Antike (griechisch-römische Kunst), etruskisch-italische Altertümer (heutiges Italien vor der Römerzeit), frühchristliche und mittelalterliche Kunst (3.–14. Jahrhundert), Kunst von der Renaissance (15. Jahrhundert) bis ins 19. Jahrhundert und die modern. Die Päpste konnten es sich über die Jahrhunderte leisten, Pracht udn Schätze anzusammeln. Schon die Räume sind Prunkstücke der Renaissance, voller Gold und Verzierungen.

Ich mochte besonders die Galerie mit den Landkarten (die hat bestimmt auch einen klingenden italienischen Namen). Die Wände der Galerie waren mit riesigen Karten geschmückt, die die Gebiete zeigte, die zu Vatikan (zu Italien? Dem römischen Reich?) gehörten. Das alles in strahlenden Farben und mit kunstvollen Kompassrosen und Seeungeheuern:



Korsika hab ich erkannt. ;)

Der bekannteste Teil der Gebäude, den man auf der Führung besichtigen kann, ist die Sixtinische Kapelle. Das ist die Privatkapelle des Papstes und der Ort, an dem sich die Kardinäle zur Papswahl zusammenfinden (das mit dem weißen und schwarzen Rauch – wir haben den Abzug gesehen, durch den der Rauch entweicht). Die Sixtinische Kapelle ist vor allem auch durch die unzähligen Fresken bekannt, die den raum schmücken. Die bekanntesten stamen von Michelangelo und der allerbekannteste Teil ist die Erschaffung Adams.

Ich hatte nicht wirklich eine Vorstellung von dem Raum, muß ich zugeben. Die Kapelle hat mich zunächst durch ihre Größe überrascht (40,9 Meter lang, 13,4 Meter breit und 20,7 Meter hoch – das ist eine Turnhalle respektabler Größe). Und dann natürlich die Bilder. Alles voll, wohin das Auge auch schweift. Zum Glück haben wir draußen schon eine kurze Einführung bekommen, so hatten wir zumindest ein paar Anhaltspunkte.

In der Sixtinischem Kapelle darf man nicht fotografieren und auch nicht sprechen. Letzteres wurde ziemlich rigoros geahndet – das Getuschel unzähliger Menschen wurde immer mal durch ein ruppiges “Silencio!” übertönt. Da sie damit auch Kinderweinen anschnauzten, machte es nicht gerade einen spirituellen Eindruck… Für Spiritualität schien aber in dem großen und vor allem vollen Raum aber eh nicht wirklich Platz.

Ich für meinen Teil war schon sehr gefüllt mit Eindrücken und Staunen, als wir aus der Kapelle und den Museen wieder rauskamen. Erst mal kurz frische Luft schöpfen – durch Sturzregen eilen – und dann gleich rein in den Petersdom für die nächsten überwältigenden Eindrücke.



Der Petersdom ist riesig. Zentrum des (katholischen) Christentums und eine der größten Kirchen der Welt. Ich war schon mal drin vor… ömm… fast 25 Jahren… von daher hatte ich schon eine Vorstellung und einen Eindruck. Es reichte mir völlig, auf einzelne besondere Schmuckstücke aufmerksam gemacht zu werden.



Alles sehr groß und prächtig und beeindruckend. Man könnte auch im Dom sicherlich Stunden verbringen, wir hatten nur eine kurze Stippvisite – aber das war schon okay, nachdem was wir vorher schon alles gesehen hatten.

Wir haben also Abschied vom Vatikan und unserer kundigen Führerin genommen und sind mit der Gruppe erst mal zum Mittagessen gegangen. Das war gut, drei Gänge, wie sich das in Italien gehört. ;) Danach sollten noch die Stadtrundfahrt und anderthalb Stunden Freizeit folgen – Stadtrundfahrt haben wir gemacht, Freizeit wurde kommentarlos gestrichen, was mir aber sehr recht war. Ob Regen oder nicht, ich brauchte eh keine Shoppingzeit, mich verwunderte nur die Planänderung, ohne das der Gruppe irgendwie mitzuteilen…

Die Stadtrundfahrt führte dann noch mal an den ganzen bekannten Sehenswürdigkeiten vorbei: der Engelsburg am Tiber, dem Collosseum, dem Circus Maximus, Kirchen, Parks, Plätze:



Draußen war es nass, teils sehr nass, teils nur tröpfeld – da waren wir im Bus sehr gut aufgehoben. :) Und dass wir die Stunde zeitiger am Schiff zurück waren, fand ich auch gut. :)

Stimmung:
ziemlich nass
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