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drei

Schlösser und Schären

Wir wollten noch mal Meer sehen. Und da wir gute Erfahrungen damit gemacht haben, random Sehenswürdigkeiten der Straßenkarte anzusteuern, haben wir das am letzten Tag auch noch mal gemacht. Wir sind von Stockholm aus nach Süden gefahren, mehr oder weniger nahe an der Küste.

Erste Sehenswürdigkeit, die wir dabei ansteuerten, war das Schloss Tullgarn:



Ein hübsches rosafarbenes Gebäude, das seine heutige Gestalt wohl im 18. Jahrhundert erhielt. Es soll innen eine sehr schöne klassizistische Einrichtung haben – aber da man nur mit Führungen reindurfte und keine englische in Sicht war, haben wir uns mit dem Blick von außen begnügt. Das war schon mal sehr hübsch, Schloss, Park und Wasser.

Weiter ging es in das Städtchen Trosa, das mit pittoresken Holzhäusern aufwarten kann.



Das Rathaus ist besonders hübsch, auch die Holzhäuser am Fluss entlang. Auch sind in den Häusern viele kleine individuelle Geschäfte, die zum Bummeln einladen. Wir haben nur geguckt, nix gekauft, wir haben aber die Gelegenheit genutzt und gleich in Trosa zu Mittag gegessen (ich hatte Nudeln, Susann Pizza). Frisch gestärkt haben wir noch eine Runde auf der vorgelagerten Insel gedreht, wir konnten uns aber nicht so recht entscheiden, ob wir noch eine Badestelle wollten. Also ging es weiter, immer noch nach Süden.

Nächster Halt – Schloss Nynäs:



Schon das Gelände um das Schloss herum ist spannend, weil da eine Art Erlebnis-Landwirtschaft aufgebaut wurde, mit lebenden Schweinen und Hühnern und Technik und historisch eingerichteten Bauernhäusern. Da war auch überall viel Informationsmaterial dabei, leider (und erstaunlich) nur auf Schwedisch. Haben wir also nur geguckt und nicht gelesen.

Das Schloss selbst war wieder sehr malerisch, wir haben es auch wieder nur von außen angeguckt, es hätte auch hier wieder nur Zugang mit schwedischen Führungen gegeben. Ohne Führung konnte man eine kleine Ausstellung zu historischer Küche angucken – nicht Küche im Sinne von Herd und Töpfen, sondern Speisekarte und Verarbeitung und Gerichte im Wandel der Zeit. Noch um 1900 stammte ein Großteil der Lebensmittel aus der direkten Umgebung des Schlosses – und auch Frau Gräfin selbst musste sich mit Haltbarmachung und Speiseplan beschäftigen. Auch hier gab es nur schwedische Beschriftung, aber es war relativ selbsterklärend und da war auch noch eine nette Dame, die uns ein bisschen was erzählt hat. Die hat uns auch in den Garten geschickt, damit wir vom Obst kosten und an den Kräutern schnuppern. :) Der Aufforderung sind wir doch gerne nachgekommen.



Ein wirklich schöner Garten. So viel, was da blühte und Früchte trug. Eine große Vielfalt an Obst und Gemüsen. Susann hatte eine große Auswahl an Apfelsorten, ich hab noch Himbeeren gefunden. Unter einem Apfelbaum haben wir die Aussicht genossen und eine ganze Weile gemütlich gesessen. Mit Kaffee und Kuchen wär es perfekt gewesen, aber auch so war es ziemlich nahe dran. :)

Ursprünglich hatten wir die Stadt Nyköping als Tagesfernziel angepeilt. Hier im Garten haben wir dann aber entschieden, dass wir keine Lust mehr auf Stadtbesichtigung haben. Meer hätten wir gerne noch gesehen, aber Stadt musste es nicht mehr sein. Mit einer kleineren Regionalkarte, unserer Straßenkarte und irgendwie auf Sicht sind wir noch ein Stück nach Süden gefahren und schließlich den Schildern zum Stendörren Naturreservat gefolgt, ohne zu wissen, was uns da erwartet. Erst mal gab es abenteuerliche Schotterpiste, dann einen gut besuchten und scheinbar überdimensionierten Parkplatz/Campingplatz. Meer haben wir noch keins gesehen, aber wir haben die Badesachen mal mitgenommen auf der Suche nach Wasser. ;)



Meer! Und nicht nur das, wir waren hier an einer Bucht mit felsigen Schären, die man über abenteuerliche Hängebrücken erobern konnte.



Das waren spannende Konstruktionen – und ziemlich schaukelig. Man durfte nur maximal zu zweit auf die Brücke – beim ersten Versuch haben wir auch gleich gelernt, warum. Zu zweit bringt man die Brücke in verschiedenem Rhythmus zum Schwingen, was das Ganze noch unberechenbarer macht. Alleine war uns da schaukelig genug. ;)



Aber spannend und abenteuerlich!

Die Inselchen, die man so erreichte, waren die typischen runden Felsen der Schären. Mit den Kiefern und anderen bewuchs haben sie ein bisschen an die Sächsische Schweiz erinnert, nur eben mit Wasser zwischen den Kletterfelsen. ;) Man konnte an allen Ecken gemütlich rasten oder ans Wasser klettern oder grillen und vielleicht auch übernachten. Wir haben uns ans Wasser gesetzt und auf die Inselchen geguckt – reingegangen sind wir aber nicht mehr. Nicht, weil es zu kalt war, sondern weil das Wasser voller Tang und Algen war und das eher zu einer glibschigen Angelegenheit machte. ;)

Ein wirklich schönes Ziel – und da es wieder unerwartet überraschend kam, war das gleich noch mal so schön. :) Ein sehr eindrucksvoller Abschluss unserer Urlaubswoche, am nächsten Tag ging es nämlich schon wieder heim.

Stimmung:
am Meer
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