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drei

Zwei Schärenrundfahrten

Viele Wege führen durch den Schärengarten vor Stockholm. Die über 20.000 Inseln, die sich vor Stockholm über 60 Kilometer der Küste lang erstrecken, sind auch von jeder Seite aus sehr malerisch. Wir sind einen Tag mit dem Auto dort herumgekurvt – und am nächsten Tag noch mal mit dem Schiff dort unterwegs gewesen.



Unsere Autostrecke führte uns auf die Inseln Värmdön und Vindö, so weit die Straßen eben reichten. Wir hatten ja kein festes Ziel sondern wollten nur Landschaft begucken. Erste Station, nachdem wir uns durch den Stadtverkehr von Stockholm gewurstelt hatten, war Gustavsberg. Das ist ein gar nicht mal so kleines Städtchen auf der Insel Värmdön, mit einem hübschen Hafen und einer Porzellanfabrik. Letztere wird überall beworben, es muss auch ein größeres Kunstzentrum in der Gegend geben. Wir haben uns mehr für den Hafen interessiert, sind dort ein bisschen herumgelaufen, haben Sonne und dramatische Wolken genossen. Sehr viel mehr war da auch nicht zu sehen, Gustavsberg ist vor allem Verwaltungszentrum und Versorgungsstützpunkt für die umliegenden Inseln. Die sind noch alle mit Brücken verbunden und gut erreichbar. Immer wieder sieht man hübsche rote Häuschen im Wald verteilt und kann sich so gut vorstellen, dass die Stockholmer Stadtbewohner hier ihre Wochenenden verbringen. Wasser haben wir auf unserer Fahrt gar nicht so viel gesehen, aber Felsen und Wald und mehr Felsen und Häuschen.



Hübsch. Sehr hübsch. Der nördlichste Punkt, den wir mit dem Auto in den Schären erreicht haben, war der Hafen von Sollenkroka, wenn ich das jetzt richtig reproduziere:



Auf dem Rückweg sind wir noch mal abgebogen und haben einen noch kleineren Hafen gesucht und gefunden. Överby – der sich dann auch als Badestelle anbot. Das Wetter war gar nicht mal so sommerlich wie die Tage davor, aber die Gelegenheit war so günstig, dass ich mich doch ins Ostseewasser wagte. Kalt, ja, aber nicht schlimm. Ich bin froh, dass ich mich getraut habe und ein bisschen herumgepaddelt bin. Mit Schären im Hintergrund und Segelschiffen und Möwengeschrei. Hach, schön…



Danach haben wir erst mal was zu Essen gesucht. – Inzwischen hatten wir schon gelernt, dass es üblich ist, sich das Essen an der Theke zu bestellen und dort zu bezahlen und dann erst zu setzen. Das war hier auf der Insel sprachlich ein bisschen schwierig, aber wir haben es dann doch hingekriegt. Schwierig, weil der gute Mann uns von der kleineren Pizza überzeugen wollte, anstelle der normale – und damit völlig recht hatte. Wir haben ihn nur nicht verstanden, eingesehen haben wir das schon. ;)

Frisch gestärkt sind wir der Straße 274 noch ein Stück gefolgt, von der aus man hätte mit den Fähren nach Vaxholm fahren können. Da wir aber vorab Fährzeiten (ständig) und Tarife (kostenlos) nicht verstanden haben, haben wir uns den Fährbetrieb nur vom Ufer aus angeschaut.



Wir wollten ja nicht wirklich was auf der anderen Seite, da war das auch nett. Und für den nächsten Tag wollten wir ja sowieso mit dem Ausflugsschiff in die Richtung. Also haben wir den Fähren nur nachgeschaut und sind dann über Gustavsberg wieder heimgefahren. Eine sehr schöne Rundfahrt, die sich seltsamerweise nicht besonders inselig angefühlt hat.

Mehr Inselfeeling gab‘s dafür dann am nächsten Tag. Wir hatten uns eine der zahllosen Schärenfahrten ausgesucht und glücklicherweise auch einen Sitzplatz bekommen. Das Schiff war gut gefüllt, dank des herrlichen Wetters wollte natürlich auch keiner drin bleiben.

Wir hatten Aussicht auf Stockholm von der Wasserseite:



Und natürlich auf die Inseln und Inselchen des Schärengartens.



Dazu gab es noch Erklärungen der netten Ausflugsbegleiterin, die markante Gebäude oder interessante Inseln vorstellte. Ich hab mir da nicht alles gemerkt, es ging ja vor allem ums gucken.

Drei Stunden waren wir unterwegs. Ich hab mir in der Zeit wieder eine köstliche Zimtschnecke gegönnt. Zurück in Stockholm haben wir dann noch mal die Touristinformation gesucht, weil wir hofften, ein paar Postkarten und Souvenirs ergattern zu können. Letzteres hätten wir vermutlich in der Altstadt versuchen sollen – die Touri-Info bot da leider nix. Da sind wir halt wieder nach Hause gefahren und waren ganz froh, mal noch ein bisschen Zeit herumbummeln zu können. Wir waren schließlich im Urlaub, da muss man nicht unbedingt die komplette Zeit mit Unternehmungen vollstopfen. ;)

Stimmung:
maritim
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