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drei

Uppsala

Etwa 70 km nördlich von Stockholm befindet sich Uppsala, die alte Universitätsstadt. Passenderweise spukte mir den ganzen Ausflugstag der Schlager: „Ein Student aus Uppsala im Kopf" herum :p

Uppsala ist eine Universitätsstadt, eine Studentenstadt, das merkt man nicht zuletzt daran, dass überall in der Stadt die Fahrräder oberste Priorität haben und die Autos überflüssig erscheinen. Unpraktisch, wenn man mit Auto unterwegs ist und das irgendwie unterbekommen muss. Ich sag’s mal so, wir haben nicht die günstigste Variante gewählt… :p

In Uppsala gibt es eine Menge beeindruckender Gebäude. Das höchste davon ist sicherlich der Dom aus dem 13. Jahrhundert. Er ist Bischofskirche und Grablege einiger schwedischer Könige. Und von Carl von Linné, der liegt hier auch.



Der ist schon groß, der Dom. Groß und beeindruckend und innen durchaus prachtvoll, auch wenn es heute natürlich eine evangelische Kirche ist. Er trägt trotzdem noch den Namen des Heiligen Erik und ist immer noch als Pilgerstation mit dem Nidarosdom in Trondheim verbunden.

Wir haben uns den Dom von außen und von innen angeguckt. Dann nutzten wir die Möglichkeit der mobilen Infopoints der Stadt: Uppsala hat nämlich keine herkömmliche Touristinformation – die Leute sind mit Fahrrad und Anhänger unterwegs und bauen dann zu bestimmten Zeiten ihren mobilen Stadt auf. Wir haben den vor dem Dom erwischt, eine Stadtkarte eingesammelt und uns den Weg nach Gamla Uppsala erklären lassen. :)

Bevor wir noch irgendwohin fuhren, haben wir uns aber noch das Schloss von Uppsala angeschaut – eher Trutzburg und Festung, so oben auf ihrem Felsen.



So richtig schön passt es aber nicht auf ein Foto. Wir sind hinaufgestapft, was ziemlich anstrengend war. Wir sind auch einmal drumrumgelaufen, drinnen waren wir aber nicht.

In der Stadt unten haben wir dann noch Mittaggegessen (leckere Pasta), bevor wir uns auf den Weg nach Gamla Uppsala gemacht haben. Das ist – wie der Name schon sagt – das alte Uppsala. Hier stand die erste Kirche und die ersten Häuser – hier soll auch ein großer heidnischer Tempel gestanden haben. Als die christliche Kirche im 13. Jahrhunderts abbrannte, bat man den Papst, die Kirche in Richtung Hafen verlegen zu dürfen, das ist der heutige Dom geworden und auch die Stadt. Der Papst verlangte nämlich, dass mit der berühmten Kirche auch der berühmte Name umziehen sollte.

Heute erscheint Gamla Uppsala als gemütliche Vorstadt. Hat aber immer noch bedeutende Sehenswürdigkeiten zu bieten. Hügelgräber!



Und was für Hügelgräber! Drei große Hügelgräber, häufig als Königsgräber bezeichnet, auch wenn nicht wirklich geklärt ist, wer da drin lag. Der Legende nach sind es die Gräber von drei alten Schwedenkönigen des Geschlechtes der Ynglinger (Aun, Adils und Egil) – oder wenn man eine andere Legende bevorzugt, dann kann man auch eine Zuordnung zu Odin, Thor und Frey haben.



Archäologen bestimmten die Gräber auf eine Entstehungszeit von 475 – 550. Es gibt noch andere archäologische Strukturen im Umfeld, wir haben davon aber nur die Hügel beguckt, die sind eindrucksvoll und malerisch genug.

Gleich daneben steht auch noch die alte Kirche – die vor dem Dom von Uppsala der Dom von Uppsala war. Heute ist die nicht so groß, war aber trotzdem hübsch, zumal mit Orgelmusik.



Auch hier ist ein berühmter Wissenschaftler begraben: Anders Celsius, der allerdings einen Teppich auf seiner Grabplatte hat.

Alt-Uppsala ist ein sehr lohnendes Ziel und auch das heutige Uppsala. Das konnten wir uns auch gut als Stützpunkt für Ausflüge vorstellen, wenn man vielleicht nicht direkt in Stockholm wohnen mag. Als Studentenstadt macht Uppsala jedenfalls einen sehr jungen, lebendigen Eindruck.

Weil es noch nicht sooo spät war, haben wir uns auf dem Rückweg noch auf die Suche nach einem weiteren Schloss gemacht, das Schloss Skokloster.



Das ist gar nicht so weit weg von Stockholm und Uppsala, durch seine Lage am Ende einer Halbinsel des Mälarsees aber mit Fahrerei verbunden. Landschaftlich schöne Fahrerei immerhin durch Felder und Wälder und immer mal auch an Wasser vorbei.

Skokloster trägt seinen Namen, weil sich hier einstmals ein Zisterzienserkloster befunden hat. Heute sieht man nichts mehr davon. An der Stelle steht heute die Dorfkirche/Schlosskirche, die auch sehr hübsch ist.



Wir haben nett mit einer deutsch sprechenden Dame geplaudert, die uns auch was zum Runenstein vor der Kirche erzählt hat. Runensteine haben wir unterwegs schon gesehen. Diese Zeugnisse der Wikingerzeit stehen oft in der Nähe von Kirchen oder aber einfach so an der Straße im Wald. Es sind nicht nur Felsritzungen, die Ritzungen sind mit roter Farbe nachgezeichnet, dass man die Motive besser erkennt. Wir haben von der Dame gelernt, dass sich die Dorfbewohner um die Steine gekümmert haben, damit die Bilder lesbar bleiben – dass die Tradition heute aber mehr und mehr in Vergessenheit gerät und die Bilder verschwinden. Das ist natürlich schade – ich finde es aber auch staunenswert, dass diese Tradition über die Jahrhunderte durchgehalten wurde. Die Steine wurden zwischen dem 5. – 12. Jahrhundert errichtet – das sind viele Generationen von Bauern, die sich da gekümmert haben…

Das Schloss haben wir uns nur von außen angeschaut, für einen Besuch war es schon zu spät. Malerisch ist es auf jeden Fall (und sehr groß) und bestimmt besonders beeindruckend, wenn man von der Seeseite kommt.

Auf dem Rückweg nach Stockholm haben wir noch einen dieser Runensteine im Wald gesucht (der war etwas abenteuerlich ausgeschildert) und einen anderen direkt an der Straße besichtigt.



Steine! \o/

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