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Schwedische Schlösser: Drottningholm und Gripsholm

Wir wollten nicht zwei Stadttage nacheinander, also haben wir für den nächsten Tag eine Runde am Mälarsee geplant mit dem Schloss Drottningholm als erstem Anlaufpunkt. Das Schloss ist Wohnsitz des schwedischen Königs, wir haben den aber nicht gesehen. ;)

Erst mal waren wir überrascht, dass wir von Bromma aus nicht mal eine Viertelstunde gebraucht haben – also viel zu früh für Schlossbesichtigung waren. Wir sind daher erst mal noch ein bisschen über die Insel gekurvt, auf der das Schloss liegt. Das Wetter war eher herbstlich, aber im Auto war das ja nur halb so wild. Wir konnten schon feststellen, was für auch die weitere Gegend um den Mälarsee gilt: alles kultiviertes Land, alles flach mit viel Landwirtschaft und vielen Pferden. Das nahm sich immer sehr malerisch aus, die gelben, teils abgeernteten Felder und dazwischen die roten Häuser mit weißen Akzenten. Ländliches Skandinavien, nicht nordische Wildnis.

Das schwedische „Drottning“ heißt Königin. Die Ursprünge des Schlosses gehen auf Johann III. von Schweden zurück, der das Schloss für seine Königin Katharina im 16. Jahrhundert errichtete. Bedeutend waren noch zwei andere Königinnen: Hedwig Eleonore, die Witwe Karls X. und Lovisa Ulrika, die Gattin König Adolf Friedrichs, die beide für große Umgestaltungen sorgten. Das Schloss erscheint nun im Barockstil, mit Barockgarten. Besonders mit dem See davor ist es sehr malerisch:



Man kann im Schloss viele Räume ansehen – ich geb allerdings zu, dass ich ein bisschen die Orientierung verlieren, was nun in diesem Schloss war, was im vorherigen, was im nächsten…



Sehenswert wäre (bei besserem Wetter) sicherlich auch mehr vom Park mit dem chinesischen Schlösschen. Auch auf den Besuch des Schlosstheaters haben wir verzichtet, was sicherlich als historische und technische Besonderheit sehr sehenswert ist, wir hatten uns aber erst mal lange genug mit Geschichte, Kunst und Architektur beschäftigt, uns das also gespart.

Das Schloss war gut besucht, ganze Busladungen an Touristen wurden hier abgesetzt. Auch tierische Besucher gab es, Scharen von Gänsen, die die Grünflächen vor dem Schloss als Rast- und Futterplatz nutzten. Wir haben schon gesagt, ohne Gänse ist es kein richtiges königliches Schloss. ;)



Inzwischen regnete es etwas mehr und wir hatten Hunger, aber nicht so richtig einen Plan. Glücklicherweise fand sich an der nächsten Straße ein Gasthaus-Symbol, dem wir kurzerhand gefolgt sind. Wir sind an einem altmodischen kleinen Café rausgekommen, wo wir gut und günstig Mittag machen konnten. Ich hatte Gulaschsuppe, Susann klassisch Köttbullar mit Kartoffelpüree und Preiselbeeren. Wir lernten auch, dass es in Schweden eigentlich immer kostenlos Leitungswasser zum selber einschenken gibt und dass man sich beim Kaffee auch selber bedient.

Frisch gestärkt machten wir uns auf die weitere Reise. Wir hatten nur eine recht grobe Landkarte, aber Ljudmilla, mein treues Navi, kannte sich zum Glück gut aus. Mit der Karte hab ich mich nur immer mächtig mit den Distanzen verschätzt… nun ja. Nächstes Ziel, Schloss Gripsholm.



Ich weiß, dass es einen Roman gleichen Namens von Kurz Tucholsky gibt, den ich aber nicht gelesen habe. Eine Sommergeschichte. Bei uns sah es eher nass und nicht sehr sommerlich aus, so dass wir uns auch das Schloss Gripsholm noch von innen angeschaut haben. Wir dachten, es seien nur ein paar Zimmer… aber wow ist das Ding verwinkelt! Das ist eine Burg, wie man sie sich mittelalterlich so vorstellt. Vor allem beherbergt es heute die Staatliche Porträtsammlung mit über 2000 Gemälden.



Porträts über Porträts, Könige und Adlige, Gelehrte, geistliche. Die Beschriftungen waren nicht immer leicht zu lesen, was dem Ganzen einen Hauch von Detektivarbeit verlieh. Schön fand ich, dass sich auch Prominente aus der jüngeren Geschichte in der Galerie fanden, Künstler, Wissenschaftler, Wirtschaftsleute. Wir kannten davon zwar nicht viele, aber die modernen Porträts in den alten Hallen hatten schon auch was. :)

Außerdem gibt es auf Schloss Gripsholm ein Schlosstheater mit historischer Technik, so dass wir dem Schlosstheater von Drottningholm nicht nachweinen mussten. *g*



Die Zeit in dem verwinkelten Schloss verging wie im Fluge – wir wurden dann rausgekehrt, es war aber auch nur bis 16 Uhr geöffnet. Wir sind daraufhin noch im Schloss eingekehrt, zu heißer Schokolade und Karnelbullar. Das sind Zimtschnecken, sehr schwedisch und sehr lecker. Und sehr niedlich, als der Kellner mit schwedischem Akzent „Zimtschnecke“ sagte. *g*

Es war jetzt schon ziemlich spät am Nachmittag. Wir haben uns aber gegen den kürzesten Weg zurück entschieden (und auch gegen die ganz lange Runde um den See – wie gesagt, die Distanzen waren doppelt so lang wie gefühlt). Wir sind über Enköping und Sigtuna an der nördlichen Seite des Mälarsees zurück gefahren (ohne allerdings sehr viel vom See zu sehen). Angehalten haben wir nur noch mal kurz vor Stockholm, um einen Blick auf das Schloss Rosersberg zu werfen.



Das ist von außen hübsch, mehr haben wir allerdings auch nicht davon gesehen.

Stimmung:
kulturell gebüldet
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Comments

Ist das Rosersberg auch ein Schloss?
Ja, ich ergänze das besser mal ;)