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Stockholm

Ich bin mit meinen England-Berichten gerade rechtzeitig fertig geworden, bevor es in den nächsten Urlaub ging: eine Woche Schweden mit Susann, Stockholm und das Umland. Wir sind von Berlin aus geflogen (Tegel ist immer noch so ramschig und chaotisch). Wir hatten einen Mietwagen gebucht und ein Quartier in Stockholm Bromma. Das ist ein westlicher Stadtbezirk, ein bisschen draußen aber mit U-Bahn angeschlossen. Außerdem befindet sich dort der Stadtflughafen Bromma, was ganz praktisch war, da wir uns an dem orientieren konnten. Unser Quartier war ein bisschen abenteuerlich, weil da alles über eine Key-App funktionierte und wir kein Personal gesehen haben. Hat aber funktioniert. Das Zimmer war auch sehr hübsch, nur dass ständig die Raucher durch die Nebentür marschierten damit herumquietschten, war ein bisschen lästig. Aber da kann ja das Hotel nichts für.

Wir hatten vorher keine großen Besichtigungspläne gemacht. Klar war natürlich, dass wir was von Stockholm sehen wollten, was ja eine sehr schöne Stadt sein soll. – Das ist es auch, das kann ich vorab schon mal verraten. Es ist auch eine entspannte Stadt, wenn man sich ein bisschen zurechtgefunden hat. Wie es das Klischee will, sprechen fast alle Schweden ausgezeichnet Englisch, so dass auch die Verständigung kein Problem war.

Am Ankunftstag haben wir nur noch was eingekauft und ein bisschen die nähere Umgebung beguckt. Am nächsten Tag haben wir uns dann in die Innenstadt begeben. Die U-Bahn heißt in Stockholm Tunnelbana – angesichts der verwirrenden Tarife haben wir uns einfach eine Tageskarte gekauft. An der Zentrumhaltestelle irrten wir dann auch erst mal ein bisschen verwirrt umher, sind dann aber einfach anderen Touristen nachgelaufen zum Wasser.



Stockholm liegt am Meer. Stockholm liegt auf vielen Inseln und Inselchen, das heißt auch mit vielen Brücken. Wir sind ein bisschen herumgeschlendert, über das Inselchen Riddarholm zur Altstadt Gamla Stan. Wir sind relativ schnell beim Königlichen Schloss gelandet:



Von außen ist der Barockbau ein monumentaler Klotz, den wir wenig einladend fanden. Man merkt, dass das Schloss als funktionaler Repräsentationsbau geschaffen wurde. Ein großer Würfel mit großem Innenhof. Kein Wunder, dass der König da nur sein Büro hat und lieber in gemütlicherem Rahmen wohnt, im Schloss Drottingholm.

Innen gibt es im Stockholmer Schloss viel zu sehen. Die Schlosskirche, die Schatzkammer mit den Kronen der Königsfamilie und die königlichen Apartments haben wir uns angeschaut, teils auf eigene Faust, teils mit Audioguide. Das war alles sehr spannend und sehr prächtig und wir haben einiges über die schwedische Geschichte gelernt.



Spannend, dass die Apartments im königlichen Schloss tatsächlich für die Übernachtung wichtiger Staatsgäste dienen. Da wurden für die Touristen nur die Teppiche beiseite gerollt, dass man das Bett für die Staatsgäste anschauen konnte. Wer von den Regierungsrepräsentanten nicht in einem gold- und stuckgeschmückten Tanzsaal nächtigen möchte, kann aber auch einen behaglicheren Nebenraum haben.



Wir haben uns ziemlich lange im Schloss aufgehalten – immer hübsch mit der Hintergrundmusik des Wachwechsels. Und hing jetzt aber erst mal der Magen in den Knien. Wir sind erst mal ein bisschen ziellos herumgeirrt, bis wir schließlich im Kungsträdgården in einer Art Gartenbistro leckeren Lachs bekommen haben. Danach waren wir auch wieder bereit für weitere Besichtigungen.

Wir sind mit dem Schiff – die Fähre gehört zum ÖPNV und war in unserem Tagesticket mit drin – nach Djurgården gefahren. Die Insel war früher königliches Jagdrevier. Sie ist auch heute noch sehr grün, waldig und parkartig. Sie beherbergt eine Reihe Museen und sonstige Attraktion, wie der Vergnügungspark Gröna Lund, dessen Kreischen immer weithin zu hören war.



Einen großen Teil der Insel nimmt das Freilichtmuseum Skansen ein, das wir uns für einen anderen Tag vorgenommen hatten. Erst mal sollte es die Vasa sein, deren Museum auch weithin sichtbar war.



Die Vasa ist ein Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert. Sie sollte ein Prototyp sein, der die schwedische Kriegsflotte revolutionieren und den Hafen von Riga schützen sollte. Dummerweise ist das Schiff bei der Jungfernfahrt am 10. August 1628 nach nur 20 Minuten und 1300 Metern gesunken. Konstruktionsfehler. Ups.



Mehr als 300 Jahre lag das Schiff dann in der Bucht von Stockholm, bis es in den 60iger Jahren wiedergefunden und geborgen wurde. Gut 30 Jahre hat es gedauert, alles zu restaurieren und haltbar zu machen, jetzt kann man das Schiff wieder im Original bestaunen. Das ist wirklich groß. Das ist vor allem wirklich hoch, so dass man sich nicht wundert, dass es untergegangen ist. Das konnte nicht gutgehen. Mit mehr Ballast wäre es vielleicht stabiler, aber dann wär das Wasser halt zu den Kanonenluken reingelaufen.

Wir haben eine Führung erwischt, die schon mal die wesentlichen Dinge erzählte. Warum ging das Schiff unter, wie sah es aus, wie war das Leben an Bord gedacht? Da sollten tatsächlich mehr als 400 Leute drauf, allein schon 300 Soldaten, die für die Zeit der Hochseefahrt ihr deck hätten nicht verlassen dürfen. Zum Untergang waren keine Soldaten an Bord, es starben „nur“ um 30 - 50 Leute.

Nach der Führung haben wir uns auch selber noch umgeguckt. Das Museum führt einen auf 7 (!) Ebenen um das Schiff herum, das ist schon sehr beeindruckend. Abgesehen von den Dimensionen des Schiffes, haben mich vor allem die Schnitzereien beeindruckt, die ursprünglich knallbunt angemalt waren.



Äh, ja. Wir wurden dann mit der Schließzeit aus dem Museum rausgekehrt, waren auch völlig vollgestopft mit Eindrücke und Informationen. Wir sind nur noch mal Fähre gefahren, rüber nach Gamla Stan und dort ein bisschen durch die Gassen spaziert. Wir waren wieder ein bisschen orientierungs- und entscheidungslos, als es um die Essensfrage ging, haben dann aber einen ganz netten Burgerladen gefunden, wo ich Fish & Chips gegessen habe. Dann nur noch die Tunnelbana nach Hause und da waren wir dann platt nach dem 1. Tag.

Stimmung:
k.o.
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