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13. November 2018

drei

Charleys Tante

Im Moment spielen sie im Boulevardtheater Dresden Charleys Tante – das wollte ich gerne sehen, das hatte ich mir zum Geburtstag gewünscht. :) Gestern war es dann so weit. Wir waren im Theater und wir haben uns sehr gut unterhalten.

Die Geschichte kennt man vielleicht noch von Heinz Rühmann oder Peter Alexander: die Freunde Charley und Jack wollen mit den angebeteten Damen dinieren und schieben als Anstandsdame Charleys Tante aus Brasilien vor. Die verspätet sich jedoch um einen Tag, so dass ein anderer in die Rolle der Dame schlüpfen muss, was mit Vater und Vormund der Liebenden zu wilden Verwicklungen führt.

Hier war es der Diener Brassett, der sich als Tante verkleiden musste, sehr gegen seinen Willen, so dass mir der arme Kerl bei all der Komik doch leid tat. Jack und Charley mögen es zwar mit ihren Damen ernst meinen, in ihrer oberflächlichen, leichtlebigen Art erschienen sie mir da aber nicht besonders sympathisch. Sie haben Brassett schon als Diener schlecht behandelt und bezahlt, nur um ihn dann zum Spielball ihrer verzweifelten Ideen zu machen. Er wollte das nicht, wollte auch kündigen und hat dann doch weiter geholfen (nur um am Ende als treuer Diener einem anderen Herren angepriesen zu werden. Toller Dank.). Ich weiß nicht, ob diese Ebene von Herrn und Diener im Stück so beabsichtigt war, bei mir ist das so angekommen. Brassett tat mir leid (und auch der einsam übrig bleibende Onkel).

Durch den Diener (der sicherlich ein Valet war und kein Butler, wenn man genau sein möchte) erinnerte mich das Stück aber auch an Jeeves und Wooster, was nun wieder zu der komischen Seite beitrug. Brassett war wirklich super, auch als Tante. Anspielungen gab es auch noch auf die Titanic – sowohl Schiff und Film – auch wenn bei mir der Groschen mit Jack und Kate erst sehr spät gefallen ist. ;)

Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Bühnenausstattung. Sehr klassisch, sehr englisch. Das Beste war aber, das es quasi als Schwarz-Weiß-Film losging. Noch auf den Vorhang wurden Textfelder wie vom Stummfilm projiziert – und dann war alles schwarz-weiß. Oder eher Sepiafarben. Die Beleuchtung war so geschickt, dass alle Farben verschwunden waren. Und sie war so geschickt, dass sich die Farben auch langsam wieder einblenden ließen, als mit der jungen Liebe Leben in die Bude kam. Sehr schön gemacht.

Stimmung:
schwarz-weiß
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