?

Log in

No account? Create an account

Vorherige 10

19. Jul 2018

feder

Anreise zur Isle of Man

Man kommt von Deutschland aus nicht direkt auf die Isle of Man. Wir haben uns daher mit Fährfahrten und Flugmöglichkeiten beschäftigt. Fähre hätte uns ja schon gefallen, das hätte man mit ein paar Tagen im Lake District verbinden können, der eh noch auf unserer Wunschliste steht… aber das war zu teuer und kompliziert. – Also doch ein Flug mit Zwischenhopp. Da es uns zu riskant war, uns auf die Pünktlichkeit der Flüge zu verlassen, zumal das mit Flughafenwechsel verbunden war, haben wir dafür einen eigenen Reisetag eingeplant. Sprich, wir sind am Sonntag nach London Heathrow geflogen und dann mit dem Bus nach Gatwick gefahren. Da haben wir am Abend schon mal die Koffer eingecheckt und eine Nacht noch übernachtet. Das war alles unkompliziert, nur dass wir keine Fish & Chips bekommen haben, sei zu bemängeln. Damit wollen wir doch traditionell eine Reise nach Großbritannien beginnen…

Am Montagmorgen dann ging es auf die Insel, wir konnten uns früh unser Auto schnappen und hatten noch den ganzen Tag Zeit, schon mal was anzuschauen. Noch ziemlich unorientiert sind wir direkt vom Flughafen aus bei Rushen Abbey gelandet, einer hübschen Klosterruine.



Die Abtei gehört zu Manx Heritage, von denen ich mir sogleich einen Pass besorgte. Für 25 Pfund habe ich Sehenswürdigkeiten im Eintrittswert von 52 Pfund besichtigt, das hat sich schon gelohnt. Silph hat den Pass nicht gebraucht, sie ist ja CADW-Mitglied und kommt so überall rein (es haben sich auch alle gefreut, mal einen CADW-Pass zu sehen).

Von Rushen Abbey ist jetzt nicht so viel übrig. Es gibt noch einen Turm und einige Räumlichkeiten, ansonsten vor allem das schöne Gelände mit blühenden Anpflanzungen. Als wir da waren, wurde einerseits gerade eine Hochzeit gefeiert, so dass wir nicht immer überall rankommen (konnten aber elegant gekleidete Leute begucken), andererseits fanden diverse Schülerprojekte statt. Das war spaßig, weil überall als Mönche verkleidete Helfer herumliefen und den Schülergruppen Dinge erklärten oder Aufgaben verteilten. Bei der Gelegenheit haben wir beispielsweise mit einem toten Bischof gesprochen. *g*



Doch, das war nett. Nicht spektakulär, aber nett.

Von Rushen Abbey aus sind wir – durch eine Furt! – nach Castletown gefahren, um uns Stadt und vor allem Castle Rushen anzuschauen. Erst mal haben wir aber auf dem hübschen Platz vor der Burg was gegessen.



Castle Rushen sieht von außen nicht sonderlich spektakulär aus, es ist ein steinerner Klotz mit hohen nackten Wänden. Als Festung und zeitweilig Gefängnis muss man ja aber auch nicht einladend sein. Innen ist die Burg hingegen sehr spannend. Es gibt viele Gänge und Treppen und Räume und Aussichten. Einige Zimmer sind eingerichtet, um das Leben in der jeweiligen Zeit nachvollziehbar zu machen, und überall gibt es Informationstafeln, die die Geschichte des Ortes erklären.



Die Isle of Man hat eine wechselvolle Geschichte. Auch die Burg hat ihre Wurzeln in der Wikingerzeit, dann stritten sich England und Schottland um ihren Besitz. Der King ov Mann – heute Lord of Man – residierte hier, es gab Kämpfe hier im englischen Bürgerkrieg um den Besitz von Insel und Burg. Später residierte hier das Inselparlament, das House of Keys, im 18. und 19. Jahrhundert diente die Burg schließlich als Gefängnis und Irrenhaus.



Das hat uns alles gut gefallen, Castletown selbst ist auch hübsch mit Hafen und Drehbrücke und Küstenausblick. Wir waren ja gerade erst angekommen, da reicht ja schon Meerblick für Begeisterung. :)

Wir haben uns dann erst mal ins B&B begeben. Ich erwähnte ja schon, dass es mitten in der Pampa lag, zwar nur eine Viertelstunde/Halbestunde von der Hauptstadt entfernt, aber nur über winzige Sträßchen zu erreichen. Es hat uns da sehr gut gefallen, die Aussicht war idyllisch, Hühner standen auf der Terrasse. Das Zimmer war sehr schön, die Gastgeber super freundlich und hilfsbereit und das Frühstück wirklich ausgezeichnet. Da haben wir einen sehr guten Griff getan mit dem Quartier.



Trotzdem sind wir am Abend noch mal losgefahren. Wir wollten schon mal einen Blick auf die Hauptstadt Douglas werfen und uns ein Abendessen suchen. Ersteres war nicht allzu schwierig, letzteres hat nur so mittel geklappt, weil da wo wir suchten schon alle Bürgersteige hochgeklappt schienen. Aber wir haben was bekommen und eben auch schon einen Eindruck von der Stadt.



Ein Seebad mit verblassendem viktorianischem Charme, generischer Einkaufsstraße und Bürogebäuden. Da waren wir doch einmal mehr zufrieden, uns unser Quartier außerhalb gesucht zu haben.

Stimmung:
ab auf die Insel
Tags:

18. Jul 2018

feder

Zurück von der Isle of Man

Wir haben ja schon einige britische Inseln besucht, die Hebriden, die Orkneys, Jersey – da passte die Isle of Man als Reiseziel natürlich gut dazu. Die Insel gehört staatenrechtlich nicht zu Großbritannien und auch nicht zur EU, sie ist Kronbesitz der Queen und eigenständig mit eigenem Geld und einem mehr als tausendjährigen Parlament. Die Insel liegt zwischen Schottland, England, Irland und Wales, deren Küsten man bei guter Sicht auch sehen kann.

Wir fanden die Insel, die reichlich halb so groß ist wie Rügen, sehr vielfältig. Es gibt schöne Küste ringsum, malerische baumlose Hügel, aber auch Wald und tiefe Täler mit Wasserfällen. Und Steine natürlich, (prä)historische Orte, Ruinen, Burgen. Alles was unser Herz so begehrt. :)

Wir sind in unserer Woche auf der Insel rund 640 km (398 Meilen) gefahren, was ich bei der Inselgröße doch ganz beachtlich finde. Unser Quartier war ein reizendes B&B mitten im Nirgendwo mit Hühnern auf der Terrasse, Schafsgeblöke und dem Motorradgebrumm von Windy Corner. Für Motorradfahrer ist die Isle of Man nämlich auch berühmt, da dort seit 1907 alljährlich das Motorradrennen TT stattfindet, die Isle of Man Tourist Trophy. Auf der Strecke waren wir auch immer mal unterwegs – wir hatten aber wohlweislich einen Termin nach der Rennzeit gewählt (da sind auch Anreise und Quartier wieder bezahlbar).

Wir hatten herrliches Sommerwetter die ganze Woche lang, fast sogar ein bisschen zu warm. Wir haben aber auch „Manannans cloak“ kennengelernt – den Nebelmantel des Meeresgottes Manannan, der die Insel einhüllt und versteckt oder auch nur Teile der Insel. Da konnte man im Sonnenschein an der Küste stehen und nebenan den Nebel anbranden sehen – oder im Nebel unter Wolken plötzlich frieren, wo doch eigentlich Hochsommer war. ;)



Das war landschaftlich schon alles sehr schön. :)

Wie immer folgen die Reiseberichte noch im Detail, das nur schon mal als Rückmeldung und Einstimmung.

Stimmung:
noch urlaubsgestimmt
Tags:

30. Jun 2018

drei

Wanderbilder

Wanderbilder

Jetzt wo es hier erst mal wieder Fotos im Blog gibt, kann ich noch ein paar Wanderbilder zeigen, berichtet hatte ich ja schon davon.









Die Heide war sehenswert, auch wenn sie noch nicht geblüht hat. Und der Heidschnuckenweg war ein sehr schöner und abwechslungsreicher Weg, auf dem alles sehr gut organisiert war. :)

Stimmung:
Sommer
Tags:

25. Jun 2018

drei

3. Wandertag – von Weesen nach Faßberg

Eigentlich geht der Heidschnuckenweg gar nicht von Weesen nach Faßberg zurück, aber da wir nur drei Wandertage hatten, hat uns die Touristinformation einen netten Rundweg zusammengestellt. Wir sollten nun also auf einer Alternativroute nach Müden laufen und von dort aus zurück nach Faßberg. Nach den zwei vollbrachten Tagesetappen, mussten es jetzt aber keine 20 km mehr sein, so dass wir eine kleine Abkürzung ins Auge fassten. Wir sparten uns damit ein letztes Stück Heide und wanderten über einen netten Rad- und Waldweg direkt nach Müden.

Das Dörfchen gehört schon zur Gemeinde Faßberg, auch wenn es selbst viel älteren Ursprungs ist. Ein sehr malerisches Dörfchen mit Häusern aus Backstein, viel Grün, viel Wasser. Es soll hier auch nette Cafés und Bäcker geben, die aber wohl alle am Montag geschlossen waren. Als Sehenswürdigkeit haben wir die alte Mühle kennengelernt, ursprünglich nur Kornmühle, Anfang des 20. Jahrhunderts aber zur Sägemühle erweitert. Heute wird da auch noch Strom erzeugt. Außerdem beherbergt das eindrucksvolle Gebäude die Touristinformation und man kann da wohl auch heiraten. Wir haben im Schatten auf der Schaukel kurz Rast gemacht, bevor es am Heidesee weiter Richtung Faßberg ging. Jetzt wieder auf dem Heidschnuckenweg.

Dem Wasser folgten wir dann auch weiter. Die Örtze schlängelt sich durch Erlen und Ufergestrüpp, beschattet von richtigem Wald. Der Weg folgt dem Fluss, immer am Ufer entlang, mal nur ein trittbreit direkt am Wasser, mal als Waldweg oben am Hang. Das war sehr malerisch. Schattenspiele in Buchenwald sind immer malerisch, der Fluss bot dazu noch Wassergemurmel und Libellenbegleitung. Da gab es zarte durchsichtige Libellen und kräftig blau-grün schillernde Exemplare. Mücken gab es freilich auch, die waren auf dem letzten Stück am Fluss entlang so lästig, dass man nicht stehenbleiben konnte, wenn man nicht von einer Wolke dicht umschwärmt werden wollte. Ansonsten war der Weg am Fluss auch empfehlenswert als Lehr- und Erlebnispfad – es gab immer mal wieder Schilder, die zum Mitmachen und Ausprobieren aufforderten. Wirklich sehr hübsch.

Wir verließen die Örtze im Dörfchen Poitzen. Da haben wir gepicknickt, bevor es am historischen Bahnhof vorbei auf das letzte Wegstück nach Faßberg ging. Feld und Wald gab es da nochmal – und militärisches Knallen im Wald – bevor wir unser Ziel erreichten. Wir schlappten aber nicht gleich ins Quartier sondern kehrten erst noch mal im Eiscafé ein, das wir ja schon am Freitag getestet hatten. :)

Ganz Faßberg stand inzwischen im Zeichen des Sommerfestes der Bundeswehr. Der Platz vor unserem Hotel war zur Kirmes geworden, die Straße war für die Vorbereitungen gesperrt – aber da das Fest erst am nächsten Tag losging, hat uns das nicht gestört. Dass wir uns ein Abendessen außerhalb des Hotels suchen mussten, hatte auch nichts mit dem Fest zu tun, die hatten montags immer zu. Aber bei Ingo’s Grill haben wir auch gut gegessen, es hat nur ein bisschen gedauert…

Eine Blase hab ich mir gewandert, ansonsten fand ich es – bis auf die Hitze – diesmal nicht so anstrengend. Was freilich auch daran gelegen haben mag, dass es eine eher flache Gegend war. Wir fanden die Heide alle sehr malerisch, auch ohne Blüten, das kann man sich durchaus als Reiseziel für ein paar Tage mehr mit vormerken. Dafür ist die Mädelswanderung auch immer gut geeignet: um Gegenden kennenzulernen, die genauere Bekanntschaft lohnen. :)

Stimmung:
am Ziel
Tags:

21. Jun 2018

drei

2. Wandertag – Von der Heidehexe nach Weesen

Der zweite Tag begann so, wie der erste geendet hatte – mit der Taxifahrt, die uns vom Quartier zurück zum Wanderweg brachte. Zuerst mussten wir wieder das Anschlussstück von der Heidehexe laufen – diesmal mit Zeit und Kraft die hübsche Landschaft zu bewundern. Am Ausgangspukt Oberoher Heide haben wir erst noch mal Füße verpflastert, dann ging es los. Die Tagesetappe war mit rund 15 Kilometern gemütlicher – vor allem waren die Temperaturen nicht mehr so übertrieben. Gerade auf der einen Strecke, die auf einer Forststraße lange durchs offene Gelände führte, waren wir froh, dass da die Sonne nicht direkt auf uns knallte. Es begann da sogar zu nieseln, was wir gar nicht mal unangenehm empfanden.

Insgesamt war es eine schöne Strecke mit abwechslungsreichen Wegen und Aussichten. Wald, Heide, Felder, mehr Wald, tolle alte Bäume, Kunst in der Heide... am Ende kamen wir sogar an Bienenstöcken vorbei, wo der gute Heidehonig gesammelt wurde. Oder Waldhonig, die Kästen standen im Wald und Heide blüht ja eh nicht.

Wir waren zu gemütlicher Nachmittagszeit am Hotel zurück, so dass wir uns noch an Kaffee und Kuchen und Eisbecher laben konnten: Wir haben den Schäfchen auf der Wiese zugeschaut, es hat auch für ein paar Runden Scrabble gereicht, das war sehr entspannt so.


Stimmung:
zu Fuß unterwegs
Tags:

19. Jun 2018

drei

1. Wandertag – von Faßberg bis zur Heidehexe

Der erste Wandertag versprach der längste zu werden – und das bei hochsommerlichen Temperaturen (über 30°). Immerhin haben wir uns schon mal eine Möglichkeit zum Abkürzen angeschaut, das war zumindest ein Trost für den Notfall.

Zuerst ging es aber erst mal aus Faßberg heraus, am Militärgelände entlang, was mit seinen Verbotsschildern wieder etwas unheimlich wirkte. Und Knallen im Wald, das war auch unheimlich. Auf der anderen Seite gab es landwirtschaftliche Flächen zu sehen und immer mal wieder Bewässerungsanlagen. Die Hitze machte auch den Landwirten zu schaffen – wir haben gelernt, jede Bewässerungsanlage kostet 200 Euro am Tag für die Pumpe. Das kann man auch nicht lange machen, wenn die Ernte noch wirtschaftlich sein soll…

Unsere erste Heidefläche gab es dann hinter dem Dörfchen Schmarbeck, wo ein sandiger Weg zum Wacholderwald führte. Erst war es nur Heide, braune struppige Flächen auf hellem Sand, unterbrochen von Ginster und kleinen Birken. Einzelne Wacholderbüsche ragten empor, dann immer mehr, bis es wirklich ein Wald genannt werden konnte. Wäldchen zumindest, durch das sich der Weg schlängelte. Das war sehr malerisch und ich für jeden Schatten dankbar.

Nach der Heide und dem Wacholderwald folgte ein Stückchen „richtiger“ Wald. Wir erreichten die Straße, folgten dem Radweg bis zu den Höfen von Gerdehaus. Da haben wir erst mal Mittagspicknick gemacht und standen dann an der Kreuzung mit der Abkürzung. Susann, deren Fußbruch noch nicht lange her ist, entschloss sich für den direkten Weg zur Heidehexe, wir andere folgten dem Heidschnuckenweg weiter. Ich geb‘ zu, unterwegs bergauf und in der Hitze, war ich nicht immer glücklich mit der Entscheidung – aber als wir einmal oben auf dem Haußelberg angekommen waren und mein Kreislauf wieder mitspielte, ging es dann wieder. Ich musste mich aber tatsächlich erst mal neben die Wanderhütte in den Schatten legen und Füße und Kopf auf eine Höhe bringen…

Die Aussicht vom Haußelberg war toll. Wieder befanden wir uns mitten in Heideflächen, die auch in grün, braun und gelb einen schönen Anblick boten. Wie muss das erst sein, wenn die Heide blüht und alles mit rosa und lila Blüten überzieht? Aber wie schon gesagt, dieses Jahr wird das eher nichts, weil die Heide so ausgedörrt und vertrocknet ist. Das ist bestimmt auch nicht so toll für die Touristensaison, die ja noch startet…

Vorbei am Gauß’schen Vermessungsstein ging es wieder in den Wald – der bei hoch stehender Sonne aber gar nicht mal so viel Schatten bot. Die Wege waren Sandbahnen, die durch die Fahrspuren von Forstfahrzeugen aufgewühlt waren. Das lief sich eher mühsam – und auch wenn der feine Sand an die Ostsee erinnerte, gab es doch kein Meer zur Erfrischung. Aber gut, nach insgesamt 19 km hatten wir das Tagesziel erreicht – was freilich mitten in der Heide war, wo wir ja nicht bleiben konnten. Wir mussten noch reichlich 2 km bis zur Heidehexe laufen, wo uns dann das Taxi eingesammelt hat. Psychologisch hätte ich es netter gefunden, wenn die Tagesetappe gleich bis zum Treffpunkt ausgeschrieben gewesen wäre – so standen wir doch erst einmal etwas verloren am Endpunkt und mussten uns noch für die restliche Strecke motivieren. Eine sehr schöne Strecke durch die Heide, auch der Endpunkt Oberoher Heide war sehr hübsch mit seinen Birkenwäldchen, aber so richtig konnten wir das in der Hitze nicht mehr würdigen. Also ich nicht. ;)

Die Heidehexe ist ein Gasthof am Rande der Oberoher Heide. Susann hat uns da schon erwartet und ein Schattenplätzchen reserviert. Wir haben uns bei kühlen Getränken erfrischt, dann kam das Taxi und hat uns ins Dörfchen Weese gebracht. Wir waren dort sehr gut im Hotel im Wiesengrund untergebracht und haben da auch sehr gut gegessen. Das war uns sehr recht, dass wir da zwei Nächte blieben und zweimal die gute Küche genießen konnten. :) An dem ersten Wandertag waren wir aber erst mal platt und haben nur noch die Abendsonne angeschaut. Rechtschaffen erschöpft.

Stimmung:
erschöpft und erschwitzt
Tags:

17. Jun 2018

drei

Wandern in der Lüneburger Heide

Diesmal hatte ich mit der Wanderorganisation nicht wirklich was zu tun, so dass ich mich vom Weg und den Zielen überraschen lassen konnte. Ich war nur besorgt ob der hochsommerlichen Temperaturen – es waren 30° und mehr angesagt und da mache ich üblicherweise keine körperlichen Aktivitäten mehr. Es war am ersten Tag auch sehr heiß, das war auch der Tag mit der längsten Strecke, aber ich habe es geschafft und bin angekommen. :)

Wir sind 3 Etappen auf dem Heidschnuckenweg gelaufen, insgesamt reichlich 50 Kilometer. Reicht mir völlig, ich bin ja auch nur fauler Büromensch und mehr als 20 km pro Tag aus dem Stand zu laufen, macht dann keinen Spaß.

Der Wanderweg war sehr schön und überraschend abwechslungsreich. Alles war super ausgeschildert und wir waren mit gutem Material versorgt. Auch die Wahl der Quartiere war gut – das mit dem Transfer zwischendurch war zwar ein bisschen verwirrend, aber dafür hatten wir zweimal das selbe Quartier, mussten nicht umpacken und kamen zweimal in den Genuss der guten Küche des Wiesenhofes. ;)

Ich war vorher noch nie in der Lüneburger Heide. Mit blühender Erika verbinde ich ehrlich gesagt eher die schottischen Highlands. ;) Jetzt hab ich gelernt, dass die Gegend sehr wohl einen Besuch wert ist, auch mal einen längeren Aufenthalt. Die Landschaft ist sehr schön, die Orte charmant, auch wenn wir keine Heidschnucken in freier Wildbahn gesehen haben. Und auch wenn die Heide braun und nicht lila war, weil die Blütezeit erst im August ist. – Aufgrund der hohen Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit ist dieses Jahr allerdings nicht mit großer Blütenpracht zu rechnen: in der Heide ist alles verdorrt und von der Sonne verbrannt. Seit 9 Wochen kein (richtiger) Regen. :/

Start und Ziel unserer Wanderung war das Örtchen Faßberg, bei dem sich ein Fliegerhorst der Bundeswehr befindet, genauer das Technische Ausbildungszentrum der Luftwaffe. Unser Hotel war ein (ehemaliges?) Soldatenheim und der ganze Ort atmet Militärgeschichte. Das war für uns ein bisschen befremdlich mit den Uniformen, den Zäunen und dem Geknalle im Wald, aber wir haben es ja überstanden. Zimmer und Frühstück war jedenfalls gut und wir haben die Autos rechtzeitig aus dem Weg räumen können, bevor die Aufbauten für das große Sommerfest begannen. ;) Auf jeden Fall war es praktisch, am Ausgangspunkt wieder rauszukommen, wo die Autos gewartet haben.

Angereist sind wir auf unterschiedlichen Wegen. Susann und ich, wir haben in Celle kurz angehalten, was gegessen und einen Blick auf die Stadt geworfen – sehr hübsch, das lohnt auch einen längeren Besuch. Katja und Antje haben dank abenteuerlicher Umwege die Schönheit von sandigen Winzstraßen erfahren. Die Bahnfahrinnen haben wir später in Unterlüß eingesammelt, wo wir auch was zu Abend gegessen haben. Das hat alles vielleicht ein bisschen gedauert, war letztendlich aber unkompliziert. Konnten wir am Samstag dann wohlgemut zur Wanderung starten. :)

Stimmung:
Aufbruch
Tags:

31. Mai 2018

drei

Rassismus im Hygienemuseum

Letztes Wochenende war ich im Hygienemuseum, um mir die neue Ausstellung anzuschauen: Rassismus - Die Erfindung von Menschenrassen

Ich sag‘s gleich vorab: es war ziemlich ekelhaft zu sehen, welche Auswüchse der Rassismus in vergangenen Zeiten getrieben hat und heute noch treibt. Ekelhaft, beklemmend, aber trotzdem ist es natürlich ein wichtiges Thema, vor dem man nicht die Augen verschließen darf.

Die Ausstellung war gut gemacht, mit vielen historischen Anschauungsstücken. Man durfte leider nicht fotografieren, aber das war bestimmt eine Rechtesache wegen der zeitgenössischen Kunstwerke.

Es ging los mit einem Raum, gestaltet wie ein großer Lagerraum mit Regalen bis an die Decke. Dort wurde gezeigt, wie Menschen eingeteilt, sortiert, vermessen wurden. Da ging es nicht nur nach der Farbe von Haut, Augen und Haar, sondern auch um die Vermessung von Schädeln und Skelett. Die Einteilung wollte auch Verbrecher erkennen anhand typischer Verbrechermerkmale, Geisteskranke und Religionszugehörigkeit. Einteilung und Wertung – und Aufwertung des eigenen Herrenmenschseins. Wie gesagt, ziemlich ekelhaft.

In diesem Zusammenhang sparte das Hygienemuseum auch nicht die eigene Vergangenheit aus. In der Zeit des Nationalsozialismus spielte das Museum eine große Rolle im Rahmen der Rassenhygiene. Das Volk sollte entsprechend der Rassenideologie erzogen werden; das Hygienemuseum betätigte sich als williger Erzieher. Fand ich gut, dass das in der Ausstellung so viel Raum hatte. Dass sich das Hygienemuseum mit der eigenen Geschichte auseinandersetzt.

Ein anderes Kapitel war Rassismus im Rahmen des Kolonialismus, wobei das freilich alles ineinander übergeht. Auch die Kolonialherren sahen sich natürlich als Herrenmenschen. Es ging um wirtschaftliche Interessen. Es ging um Exotik. Menschen anderer Ethnien wurden in Europa in Zoos in Völkerausstellungen ausgestellt wie Zootiere. In den Kolonien wurden Medikamente an den Einheimischen ausprobiert. Es wurden Schädel und Knochen zur Vermessung an deutsche Wissenschaftler und Museen geschickt, wo sie zum Teil heute noch sind. Grässlich die Geschichte über die Frauen in Deutsch-Südwestafrika, die gezwungen wurden, die abgeschlagenen Köpfe ihrer Verwandten auszukochen und mit Glasscherben vom Fleisch zu befreien, damit die Schädel hübsch sauber nach Deutschland geschickt werden konnten.

Ich hab mich sehr unbehaglich gefühlt in der Ausstellung. Es gab zwischendrin auch immer mal Videos oder Hörstationen oder Infotafeln, auch Installationen zeitgenössischer Kunst. Ich hab mich aber hauptsächlich auf die Ausstellungsstücke und deren Texte konzentriert, das hat mir gereicht. Ich fand die Ausstellung für einen Samstagnachmittag mit Sommerwetter gut besucht, das hat mich gefreut. Auch wenn die Leute, die so eine Ausstellung brauchen würden, vermutlich nicht hingehen. Trotzdem ist es wichtig.

Stimmung:
beklommen
Tags:

12. Mai 2018

wald

Botanischer Garten Dresden

Ich wohne jetzt schon mehr als 15 Jahre in Dresden, inzwischen auch fußläufig zum Großen Garten, hab es aber noch nie in den Botanischen Garten geschafft. Wie schade! Der ist nämlich durchaus sehenswert und dabei auch noch kostenlos zugänglich.

Der Botanische Garten wird seit 1949 durch die Technische Universität betrieben – der Garten selber wurde aber schon 1893 an dieser Stelle errichtet. Einen Vorläufer gab es seit 1820 schon an anderer Stelle.

Der Botanische Garten hat viel Platz für Bäume und Pflanzen aus aller Welt, hübsch gegliedert nach den geographischen Ursprüngen. Es gibt drei Gewächshäuser: das große Tropenhaus, das Amerika-Tropenhaus und das Sukkulenten-Haus.



Die sind alle drei sehr spannend in der Fülle ihrer Pflanzen, ich persönlich mochte das Sukkulenten-Haus mit den imposanten Kakteen am liebsten. Da hat auch sehr viel geblüht, das war überraschend bunt (und nicht so feucht-warm wie die anderen Gewächshäuser).

Auch draußen auf dem Gelände hat alles in herrlichstem Frühlingsgrün geblüht und geduftet. Bei strahlendem Sonnenschein war das ein ganz besonderes Vergnügen. :)



Daneben gibt es auch versteinerte Baumstämme zu sehen und geologische Besonderheiten, quasi als Ergänzung zur biologischen Bandbreite, die präsentiert wird.

Ich mochte an dem Außengelände besonders den kleinen Farngarten. Ich habe gelernt, dass es neben Buschwindröschen auch Windröschen gibt. Und ich denke mir, dass ich im Sommer noch mal hinmuss, wenn die ganzen frisch ausgesäten Pflanzen in vollem Ausmaß sichtbar sind. Das ist ja eben auch das Schöne an einem Botanischen Garten: alles ist lebendig und verändert sich im Jahresverlauf. :)

Ich mochte auch, dass an verschiedenen Stellen kleine Infotäfelchen angebracht waren, die zeigten, wo Erkenntnisse aus der Pflanzenwelt Eingang in Technik und Ingenieurkunst gefunden haben (Beispiel Lotoseffekt). Da merkt man die Verschränkung mit der Technischen Universität, das hat mir gut gefallen.

Neben den ganzen Beispielen von Erdgeschichte und Evolution ließ sich aber auch die jüngere Geschichte im Botanischen Garten nachvollziehen:

Ein Beispiel war eine große Palme im Amerika-Tropenhaus. Das Schild berichtete, dass der Botanische Garten im 2. Weltkrieg von direkten Treffern verschont blieb, die Bombenschäden ringsum aber alle Scheiben der Gewächshäuser zerstört hatten. Die Palme war noch im März 1945 von einem (?) Gärtner nach Pillnitz ausgelagert worden, wo sie den Krieg unbeschadet überstand und danach zurückgebracht werden konnte. Ich staune immer über das Engagement solcher Leute, die angesichts der Schrecken des Krieges noch an ihre Arbeit denken und ihre Schützlinge retten. Das ist wirklich bewundernswert.

Anderes Beispiel war eine Eiche, die im Krieg einen Brandschaden davongetragen hat. Der Baum war noch jung und kräftig, man hat ihn ausgeschnitten und er ist noch jahrzehntelang weitergewachsen. Im Inneren hatte der Schaden aber Angriffsfläche für Pilze und Krankheiten geboten, so dass in den 1990iger Jahren die Krone brach. Ein Kriegsschaden noch in den 90iger Jahren. Inzwischen wurde der Baum aus Gründen der Standsicherheit gefällt – man hat ihn aber im Garten liegengelassen. Einerseits als Mahnmal der Geschichte, andererseits, damit das alte tote Holz noch Lebensraum für Insekten und anderes Getier sein kann.



Ich hatte was zum Nachdenken, ich hab was gelernt und ich hab in Frühling geschwelgt.

Es lohnt sich durchaus auch, den Garten zu verschiedenen Jahreszeiten noch mal zu besuchen. Ich war inzwischen ein paar Wochen später mit meinen Eltern noch mal da. Es blühten andere Blumen, die Beete standen in voller Pracht, das sah alles gleich ganz anders aus. :)



Vielleicht im Herbst noch mal. Ist ja nicht weit und kostet ja nichts. :)

Stimmung:
draußen

5. Mai 2018

drei

Breslau und die Zwerge

In der Stadt Breslau sind gut 300 Zwergenfiguren verteilt. Eine Touristenattraktion mit Aktionspotential, weil man sich ja schon als Jäger und Sammler fühlen kann, wenn man wieder einen Zwerg entdeckt. *g*









Wenn ich es recht verstanden habe, gab es schon in den 80iger Jahren Aktionen der Opposition, die sich der Zwergensymbolik bedienten. Anfang der 2000er Jahre waren die Zwerge dann ein Kunstprodukt… und irgendwie hat sich das dann wohl verselbstständigt. Jedenfalls gibt es jetzt überall Zwerge der verschiedensten Art.









Wir haben – wenn ich richtig gezählt habe – 49 Zwerge gefunden und fotografiert. Den 50. Zwerg für die Statistik habe ich jetzt noch in Dresden gefunden. Dresden und Breslau sind Partnerstädte – zum 55. Jubiläum gab es diesen Zwerg als Geschenk. Er steht jetzt zwischen Rathaus und Kreuzkirche.









Spaßig die Zwerge überall. Es gibt auch Stadtpläne, um die Zwerge suchen zu können – die fanden wir allerdings eher nutzlos, weil sie zu ungenau waren. Es soll auch eine App geben, vielleicht kommt man damit besser voran. Wir haben einfach die Augen offengehalten und uns gefreut, wenn wir wieder einen Zwerg gefunden haben. :)

Sonstige Bemerknisse zu Breslau:

  • ich fand es auffällig, wie diszipliniert alle Leute an roten Ampeln gewartet haben. Ob Student oder eiliger Geschäftsmann, ob Rushhour oder freie Straße, es sind so gut wie alle Leute an roten Ampeln stehen geblieben

  • dafür gelten Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Stadt offenbar nicht für Motorräder – die sind immer in abartigem Tempo durch die Stadt gerast

  • Leihfahrräder werden reichlich angeboten und tatsächlich auch häufig genutzt

  • Exotische Fauna: im Stadtgraben paddelte eine Schildkröte

  • Es gibt Cider in Polen – und der heißt auch Cydr


Stimmung:



unterhalten
Tags:

Vorherige 10