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3. Mai 2018

feder

Sehenswertes in Breslau

Wenn man mit dem Zug nach Breslau kommt, ist schon der Bahnhof ein Erlebnis – eine an Jugendstil gemahnende Halle mit Arkaden, hölzernen Ladenzeilen in der großen Halle und güldenen Säulen im Vorraum. Wenn man das Gebäude von außen betrachtet, erinnert es gar an ein Schlösschen.



Das ist schon sehr schick – und da unser Hotel quasi gegenüber war, hatten wir den Anblick auch jeden Tag.

Bis in die Altstadt konnte man von hier aus bequem laufen, wir sind verschiedene Wege gegangen, um unsere Orientierung zu erweitern, das ging alles problemlos. Die Stadt macht einen sehr gepflegten Eindruck, insbesondere die Altstadt ist natürlich sehr hübsch herausgeputzt. Das historische Rathaus ist ein besonderes Schmuckstück. Umgeben von den prächtigen Häusern am Markt zeugt es von der Bedeutung der ehemaligen schlesischen Hauptstadt.



Wir haben das Rathaus auch von innen besichtig. Das Gebäude ist sehr verwinkelt, weil man es immer wieder erweitert und umgebaut hat. Es gibt den Ratssaal zu sehen, die Schatzkammer, den Gerichtssaal und die Amtsstube der Stadtältesten. In der Eingangshalle stehen Büsten berühmter Breslauer Persönlichkeiten und in den einzelnen Räumen finden sich immer wieder Wappen und farbiger Wandschmuck.



Wirklich vorstellen kann ich mir die historische Bürobetriebsamkeit nicht, ein sehenswertes Bauwerk ist das Rathaus aber allemal.

Ringsum der Markt ist mit all den prächtigen Häusern ebenfalls sehenswert, wir haben auch brav im Reiseführer nachgelesen, was das im Einzelnen für Gebäude waren – aber das hab ich mir weder gemerkt, noch will ich es hier aufzählen. ;) Angucken und Staunen reicht da völlig. Auch nebenan der Salzmarkt ist sehenswert, obwohl die Häuser dort nicht ganz so prächtig sind.



Breslau liegt – das fand ich geographisch ein wenig überraschend – an der Oder, die Oder hatte ich nicht so weit östlich erwartet. Der Fluss zieht sich durch die Innenstadt, bildet Inseln und Inselchen. Auf der Dominsel und der Sandinsel befinden sich mehrere sehenswerte Kirchen – überhaupt gibt es in der Stadt viele Kirchen, dass man allein mit deren Besichtigungen den ganzen Tag verbringen könnte. Leider kamen wir nicht in alle Kirchen rein, weil sie entweder zu oder durch Gottesdienste belegt waren – was natürlich auch Vorrang hat vor schnöden Touristenbesichtigungen. Ich hätte aber die bunte Kathedrale schon gern von innen gesehen und den Schlumpfaltar in der Maria-auf-dem-Sande-Kirche.



Wir waren drinnen in der St. Cyryl-und-Method-Kirche, die jetzt eine orthodoxe Kirche ist. Das heißt, innen gibt es viele farbenfrohe Ikonen – und da gerade Messe war, gab es auch viel Weihrauch und Gesang. Wir haben uns da im Vorraum ein Weilchen niedergelassen und zugehört, das war schon schön.

Und wir waren in der Magdalenenkirche – um genau zu sein, wir waren auf der Magdalenenkirche. Deren Türme sind nämlich mit einem Brücklein verbunden, von wo aus man den Blick über die Stadt genießen kann. Die Hexenbrücke.



Der Blick von oben ist schon sehr eindrucksvoll, windumtost über den Dächern der Kirche. Man kann gut bis zum Rathaus schauen, über die Stadt natürlich und bei gutem Wetter wohl auch bis zur Schneekoppe im Riesengebirge. Wir haben immerhin den Schatten der Berge am Horizont gesehen. Abenteuerlicher – und gruseliger – als der Ausblick war allerdings der Weg zur Hexenbrücke: von den 243 Stufen waren bestimmt die Hälfte aus Gitterblechen. Da sollte man besser schwindelfrei sein.

Ein wenig außerhalb der Innenstadt liegt noch eine Sehenswürdigkeit, ein Wahrzeichen der Stadt Breslau und seit 2006 Weltkulturerbe:



Die Jahrhunderthalle. Das monumentale Stück wurde 1911 – 1913 vom Architekten Max Berg errichtet und war zum damaligen Zeitpunkt die größte freitragende Kuppel im Deutschen Reich. Die Kuppel hat eine freie Spannweite von 65 m, das ist auch heute noch beeindruckend.



Jahrhunderthalle heißt sie übrigens deshalb, weil 1913 die Jahrhundertausstellung in Erinnerung an die Befreiungskriege von Napoleon stattfand. Die Halle stand dabei natürlich im Mittelpunkt, aufgeführt wurde ein Stück, das Gerhart Hauptmann extra für diesen Anlass geschrieben hat. Später wurde die Halle und das umliegende Gelände für Messen und Ausstellungen genutzt.

Heute finden in der Halle, die bis zu 6000 Sitzplätze bietet, Veranstaltungen statt, Konzerte und auch immer noch Ausstellungen. Es gibt ein sehr ansprechendes kleines Museum zur Baugeschichte und Stadtentwicklung, da kann man interaktiv viel mitspielen. Auch das Gelände um die Halle ist sehr schön. Es gibt säulengesäumte Wandelgänge, Pavillons und ein Wasserbecken mit bunt angestrahlten Fontänen. Letztere waren bei uns nicht in Betrieb und auch das Wandeln war bei mindestens 30° etwas anstrengend. Aber das mag auch daran gelegen haben, dass wir erst mal einmal um die Halle rumgelaufen sind, weil wir den Eingang nicht gefunden haben. Hat sich aber auch gelohnt der Ausflug zur Jahrhunderthalle.

Wir sind den Weg zur Halle nicht zu Fuß gegangen sondern ein Stück mit einem Boot auf der Oder gefahren. Schifffahren ist ja immer nett, wenn man vom Stadtbummel schon ein bisschen fußlahm ist. Das war auch hier nett. Wir sind bis zur Haltestelle Zoo gefahren, um den Zoo drumrumgelaufen zur Halle – und dann wieder zurück und mit dem Schiff wieder zurück.



Bestes Ausflugswetter, ein bisschen zu warm vielleicht, aber sehr schön. :)

Stimmung:
in Urlaubsstimmung

1. Mai 2018

kompass

Breslau

Letztes Jahr über den 1. Mai waren wir in Hamburg, da uns das mit dem Städteurlaub gut gefallen hat, haben wir auch dieses Jahr unser Auge nach einem passenden Ziel schweifen lassen. Es sollte nicht zu weit entfernt sein, möglichst ohne Flug zu erreichen – und hübsch soll es natürlich auch sein.

Wir haben uns schließlich für Breslau entschieden, von Dresden etwa 4 Stunden mit dem Zug entfernt. Breslau ist sehr hübsch historisch und hat als Hauptstadt der ehemaligen Region Schlesien eine lange Geschichte zu bieten. Das war also eine gute Wahl – um so mehr, da das Maiwochenende uns sommerliche Temperaturen geboten hat. Hat auch für den 1. Sonnenbrand des Jahres gereicht. ;)



Was wir alles angeschaut und unternommen haben, berichte ich dann nach und nach, jetzt erst mal nur ein paar Worte zur Zugfahrt: Die Buchung über die Deutsche Bahn hat problemlos funktioniert, von Dresden fährt eine Art Regionalbahn durch (die Trilex genannte Länderbahn). Das hat auf dem Hinweg problemlos funktioniert, wir vermissten ab der Grenze nur die Durchsagen. Außerdem war der Zug ziemlich voll, was uns – die wir in Dresden am Start eingestiegen sind – aber egal sein konnte, wir saßen ja schon.

Auf der Rückfahrt gab es auch keine Durchsage und die Anzeige des Zuges sprach immer nur von Görlitz als Ziel. Wir befragten also jede Schaffnerin, was nicht so einfach war, da die weder Deutsch noch Englisch sprachen. Wir haben aber verstanden, dass wir einmal umsteigen müssen, in einem Ort, von dem wir noch nie gehört haben. Es würden da alle umsteigen – was freilich kaum einer wusste, weil es ja keine Durchsage gab. Es stand tatsächlich auch ein Zug nach Dresden in Węgliniec – allerdings nur ein Triebwagen, in den sich nun die komplette Besatzung des anderen Zuges quetschte. Auch wir standen bis Görlitz in den Gängen, dann haben wir einen Sitzplatz ergattert, worauf die in Görlitz zusteigenden Fahrgäste in den Gängen standen. Das war… unglücklich. Aber das war auch so nicht gedacht, da wohl der 2. Teil des Zuges kaputt war. Der Umstieg in Węgliniec gehört aber wohl zur normalen Fahrt dazu. Das hat die Sache etwas verwirrend gestaltet, aber wir sind ja heil angekommen. :)

Stimmung:
unterwegs
Tags:

5. Apr 2018

Wächter

10 Jahre Reiseblog

Na so ungefähr jedenfalls. Ich hab das hier schon im März 2008 eingerichtet, da aber erst mal nur alte Berichte gesammelt. Die erste Reise mit Reiseberichten, die war im April 2008 nach Irland. Inzwischen sind da einige Reisen, Ausflüge, Museums- und Theaterbesuche dazugekommen (759 Einträge). Ich finde das immer noch sehr praktisch, um für mich selbst den Überblick zu behalten, um Freunde teilhaben zu lassen – und natürlich auch, um so in Erinnerungen schwelgen zu können.

Die Übersicht über die Reisen und Wanderungen findet sich hier: Inhaltsverzeichnis.

Eine Rangfolge oder Wertung möchte ich da gar nicht abgeben, ich erinnere mich an alle gern. :) Ich hab auch immer noch genug Ideen und Reisepläne, dass es hier noch lange weitergehen kann.



Eigentlich wollte ich mir anlässlich des 10jährigen Jubiläums das Blog jahresweise ausdrucken und binden lassen – aber bisher hab ich es nicht geschafft, die PDF-Dateien mit vollständigen Fotos zu exportieren. Reiseberichte zum In-den-Schrank stellen hätte ich schon gerne, mal schauen, ob ich das noch irgendwie hinkriege.

Ich freue mich jedenfalls über die vergangenen Reisejahre und auf alle neuen Pläne. :)

Stimmung:
immer vorwärts

15. Mär 2018

drei

Greifswald – Vorpommersches Landesmuseum

Wir wollten auf dem Rückweg von Hiddensee nur bis Berlin, damit Silph am nächsten tag in den Flieger nach Großbritannien steigen konnte. Da blieb noch Zeit für Besichtigungen unterwegs, angesichts der trüben Wetterlage haben wir uns für ein Museum entschieden. Greifswald und das Vorpommersche Landesmuseum.

Wir waren schon mal in Greifswald, damals 2006 zur Zeit der Fußballweltmeisterschaft. Das wissen wir deshalb noch so gut, weil da die ganze Innenstadt fürs Public Viewing gesperrt war und wir zusehen mussten, rechtzeitig wieder wegzukommen. Zugegeben, das waren auch noch die Zeiten, wo wir erst spät unterwegs waren, weil wir nachts ewig quatschen mussten. *g*

Greifswald also. Ludmilla hat uns in das Innenstadtparkhaus gelotst, so dass wir praktischerweise direkt vor dem Museum standen. Ein hübscher, klassizistischer Bau, der durch einen Glasanbau mit dem alten Klostergebäude verbunden war. Das wirkte alles klar und modern – mich hat jedoch befremdet, wie wenig barrierefrei das Ganze war. Nicht nur, dass der Rundgang ständig durchs Treppenhaus geleitet wurde, auch die Ausstellungen hatten teilweise Absätze drin, die einen barrierefreien Zugang verwehrten.

Das Vorpommersche Landesmuseum zeigt – wie es der Name schon sagt – Vorpommersche Landesgeschichte. Erdgeschichte, erste Besiedlungen, Klöster und Städte, Religion und Reformation, wechselvolle politische Geschichte. Immerhin war Greifswald über 180 Jahre Teil des schwedischen Königreiches. Das war alles sehr anschaulich dargestellt, es gab auch nette multimediale Bereiche zum Ausprobieren – von denen aber leider nicht alle funktionierten. Immerhin habe ich mich mit einer meines Alters aus dem Frühmittelalter (?) vergleichen können und bin doch ganz froh, keine acht Kinder zu haben…



Das Museum hat auch eine Gemäldesammlung, die wir uns angeschaut haben. Da wird allerdings gerade umgebaut für eine neue Ausstellung dänischer Künstler. Gezeigt wurden vor allem romantische Künstler, allen voran Caspar David Friedrich, der auf Rügen und in Vorpommern viele seiner Motive fand. Sie haben auch einen van Gogh, der stolz präsentiert wurde – der zwischen der Romantik aber etwas verloren wirkte. Aber mag sein, dass das an dem Umbau liegt und er eigentlich einen anderen Platz hat und er besser unpassend hängt als im Depot. Ich fand die Gemäldesammlung nett, ich mag die Romantik. Ich merke aber auch, wie verwöhnt ich durch die Alten und Neuen Meister in Dresden bin, die ganz andere Dimensionen aufweisen.

Zum Abschluss des Besuches waren wir noch im Museumscafé, das mit einer großen Auswahl toller Torten glänzte. Lecker und empfehlenswert!

Wir sind noch ein bisschen durch Greifswald geschlendert. Der Markt ist wirklich sehr schön mit den bunten Gebäuden und all der Backsteingotik. Die Stadt ist richtig rausgeputzt, da möchte man doch im Sommer draußen im Café sitzen oder mit einem Eis spazieren gehen. ;)

Sehenswert sind auch die großen Kirchen der Stadt, St. Marien, St. Jacobi und St. Nikolai. Letzterer ist der Dom, da waren wir auch drin.



Unschwer zu erkennen ein altes Bild, Laub ist grad noch nicht. ;)

Der Dom ist innen überraschend schlicht, die Wände weiß, auch wenn man stellenweise Reste der Farbfassung und rohes Mauerwerk sieht. Man kann auch auf den Turm steigen, das haben wir uns aber gespart und uns mit der Stimmung des Kirchenschiffes zufriedengegeben. Wir hätten auch gern einen Blick in die St. Marienkirche geworfen, aber die war leider (wegen Bauarbeiten?) geschlossen.

Das war unser Greifswaldbesuch und damit war die Urlaubswoche auch schon wieder zu Ende. :(

Stimmung:
bunt
Tags: ,

14. Mär 2018

kompass

Hiddensee - Sehenswürdigkeiten

Natürlich ist die Natur die größte Sehenswürdigkeit auf der Insel. Meer, Dünen, Klippen, Heidelandschaft. Meer. Meer reicht doch schon zum Draufstarren, wenn vielleicht auch nicht stundenlang bei winterlichen Temperaturen.

Trotzdem waren wir natürlich auch auf der Insel unterwegs. Wir waren zu verfroren und zu bequem für Fahrräder, aber auch zu Fuß sind wir gut unterwegs gewesen.



Das ist der Leuchtturm Dornbusch, der sich auf dem bergigen nördlichen Teil der Insel befindet. Er ist 27,5 Meter hoch und reicht mit seinem Leuchtfeuer über 40 Kilometer. Wir haben von Vitte aus durch das zwischenliegende Geländer allerdings nichts vom Licht gesehen.



Um diese Jahreszeit hätten wir den Leuchtturm donnerstags besteigen und besichtigen können – bei obigem Wetter war der Turm allerdings geschlossen. Umsonst haben wir den Weg freilich nicht gemacht, der Leuchtturm ist auch von außen schön und die Landschaft auch im Nebel malerisch. Umsonst allenfalls, dass wir mit dem Bus bis Grieben gefahren sind, dort aber den Weg zum Leuchtturm nicht gefunden haben. Schieben wir das mal auf den Schnee. Wir sind also auf der Straße nach Kloster zurück gelaufen und von da aus zum Leuchtturm. Aber immerhin sind wir dadurch mal Bus gefahren (die Schlaglöcher sind ja schon abenteuerlich) und haben einen Blick auf Grieben geworfen. Wir haben auch oben beim Leuchtturm zu Mittag gegessen, das Gasthaus „Zum Klausner“ war glücklicherweise offen und warm und trocken.

Wir sind nach Kloster zurückgelaufen. Die Kirche des Ortes – die Inselkirche – und den Friedhof hatten wir uns schon ein paar Tage vorher angeschaut, wenn auch leider nur von außen.



Schon malerisch mit all dem Schnee. Innen soll die Kirche auch sehr hübsch sein mit rosenbemalter Decke, aber wie gesagt, sie war leider zu. Das Friedensgebet am Freitag hätte uns interessiert und fast gelockt – aber wir waren dann doch zu faul in Schneeregen noch mal Kilometer zu laufen… Ein Kloster gibt es in Kloster übrigens nicht mehr. Nur die Inselkirche ist noch übrig und man kann in den Teichen und Bewässerungsanlagen noch Spuren der klösterlichen Bewirtschaftung ausmachen. Es waren Zisterzienser bis ins 16. Jahrhundert; das Kloster war dabei von durchschnittlich 12 Mönchen bewohnt.

In Kloster gibt es noch sehenswürdig das Gerhart-Hauptmann-Haus, das dem Schriftsteller gehörte und nun ein Museum ist. Wir haben das aber nur von außen angeguckt.

Dafür waren wir im Inselmuseum, das sich ebenfalls in Kloster befindet. Das Gebäude war früher eine Seenotrettungsstation. Es gibt deshalb Informationen zur Seenotrettung in früheren Zeiten, vor allem aber Inselgeschichte und einen Überblick über die Entwicklung des Tourismus. Das ist alles hübsch gemacht und informativ. Besonders beeindruckend fand ich die Nachbildung des Hiddenseer Goldschmuck, einem 16teiligen, über 1000 Jahre alten Wikingerschmuck. Einzelne Teile wurden im 19. Jahrhundert an der Küste von Hiddensee angespült. Das Original befindet sich im Kulturhistorischen Museum in Stralsund.

Zwischen Kloster und Hiddensee befindet sich das Nationalparkhaus mit einer Dauerausstellung zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Das war nett mit verschiedenen Dingen zum Anfassen, aber nicht unbedingt sehenswert. Nett eben.

Dann bietet Vitte noch ein paar hübsche und/oder historische Gebäude, die wir aber auch nur von außen angeguckt haben:



Das Asta-Nielsen-Haus, wegen der runden Form auch Karusel genannt. Die Stummfilmschauspielerin Asta Nielsen verbrachte in den 30iger Jahren dort ihre Sommer und machte es zum Treffpunkt ihrer Künstlerkollegen.

Die blaue Scheune ist ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert und… blau. Sie war früher Kunstscheune der Hiddenseer Künstlerkolonie und beherbergt heute wohl eine Galerie. Wir haben aber auch nicht versucht, reinzukommen.

Das Hexenhaus gilt als ältestes Gebäude von Vitte, es ist eine Fischerkate aus dem Jahr 1755. Man kann es nur zum Tag des offenen Denkmals besichtigen. Warum es Hexenhaus heißt? Ich vermute ja, dass es daran liegt, dass Anfang des 20. Jahrhunderts dort Künstlerinnen ihr Atelier aufgeschlagen hatten… unabhängige Malweiber obskurer Kunstrichtungen konnten nur Hexen sein?

Es hätte auch in Neuendorf noch ein Fischereimuseum gegeben und noch südlicher noch einen Leuchtturm – aber so weit sind wir ja nicht gekommen. Ist aber nicht schlimm, wir hatten ja kein Pflichtprogramm. Wir wollten Insel gucken und Meer. :)

Stimmung:
gebüldet

13. Mär 2018

kompass

Hiddensee im Winter

Hiddensee ist eine kleine, autofreie Insel westlich von Rügen. Mama sagt, wir waren da schon mal von Stralsund aus, ich erinnere mich aber höchstens an die Fährfahrt, nicht an die Insel selbst. Im Sommer ist die Insel ein Touristenmagnet – aber wir wollten ja keine anderen Touristen, da ist uns der März nur recht. Konnte ja keiner Ahnen, dass das da an der Küste Winterurlaub wird. ;)

Wir sind auf spiegelglattem Kopfsteinpflaster in Magdeburg losgefahren – über Land und auf der Autobahn war Glätte dann aber kein Problem. Trotzdem zog sich die Strecke nach oben, aber wir sind rechtzeitig für die gebuchte Fährüberfahrt angekommen. Die Fährfahrt ging von Rügen aus, von Schaprode, wo auch das Auto gut für die Woche untergebracht war.



Auch auf Rügen war Winter. Der Hafen war vereist, so dass nun kein Zweifel mehr bestand, warum der Eisfahrplan ausgerufen worden war. Die Fähre brach sich durch die Fahrtrinne, so dass man sich wie im Eisbrecher fühlen konnte. Das war schon ein bisschen abenteuerlich. Außerdem waren auf der Fähre auch mehr Menschen als angenommen, die Touristen verteilten sich auf der Insel dann aber sehr angenehm.

Es gibt auf Hiddensee vier Ortsteile: Grieben, Kloster, Vitte und Neuendorf. Insgesamt mögen es knapp 1000 Einwohner sein. Wir haben in Vitte gewohnt – das war auch der einzige Hafen, der bei Eisfahrplan noch angelaufen wurde – und das war vom praktischen Gesichtspunkt her sicher eine gute Entscheidung. Hier ist ein Hafen, hier gibt’s Möglichkeiten zum Einkaufen und Essengehen und alles ist gut erreichbar. Außerdem mögen sich die Straßen bei Schnee und Matsch besser errollkoffern lassen als die in Kloster. Wir hatten eine hübsche Ferienwohnung mit einem kleinen bisschen Seeblick und viel Platz und Wärme für die Winterwoche.



Schnee an der Ostsee! Schnee und Eis an den Buhnen! Das kannte ich noch nicht, war aber ausgesprochen idyllisch. Wir hatten Schnee und Frost bei strahlendem Sonnenschein. Schneeregen und Matsch und Wind bei etwas wärmeren Temperaturen. Im Laufe der Woche hat der Wind die größten Schneeflächen aufgefressen, malerisch war die Landschaft aber trotzdem noch. Gerade zu graphisch in schwarz und braun und weiß.



Wir hatten auch Nebel und Regen – aber es war ja vorher klar, dass wir uns eine entspannte Woche machen wollten. Kein Pflichtprogramm. Wenn das Wetter zu ungemütlich aussah, sind wir halt noch ein bisschen drin geblieben. Trotzdem sind wir jeden Tag ein Stückchen gelaufen und waren auch jeden Tag mal am Meer. :)

Stimmung:
winterlich
Tags:

11. Mär 2018

drei

Ringheiligtum Pömmelte

Bekanntlich besichtigen wir gerne alte Steine, Steinkreise und sonstige prähistorische Monumente – für den Weg nach Norden haben wir un seine passende zwischenstation ausgesucht, das Ringheiligtum Pömmelte.

Ich hatte Silph am Morgen in Leipzig eingesammelt, bei strahlendem Sonnenschein und frostigen Temperaturen haben wir uns dann Richtung Magdeburg aufgemacht. Kurz vorher sind wir von der Autobahn abgebogen und haben das Ringheiligtum Pömmelte gesucht:



Das war gut ausgeschildert, es gab einen Parkplatz, die Anlage war frei zugänglich und wir waren ganz alleine. Wenig überraschend um diese Jahreszeit. ;)

Hier an dieser Stelle wurden ab 2005 archäologische Grabungen durchgeführt, um die Reste des Heiligtums zu erforschen. Die rekonstruierte Anlage entspricht den dabei festgestellten Erkenntnissen, wenn vermutlich auch Farben und Schnitzereien kreativ ergänzt wurden. Sieht jedenfalls sehr eindrucksvoll aus:



Der Kultplatz wurde auf das Ende des 3. Jahrtausends vor Christus datiert und ist damit in Alter und Ausdehnung mit Stonehenge und Woodhenge in England vergleichbar. Als Besonderheit gibt es die hier ausgegrabenen Schachtgruben. Was dort gefunden wurde, liegt jetzt im Salzlandmuseum – da waren wir nicht, wir haben uns nur die Ringanlage angeguckt – das geht auch sehr praktisch mit Überblick von oben von einem Aussichtsturm. Man kann nach Voranmeldung aber wohl auch Führungen buchen. Und zu passenden Jahreszeiten gibt es auch Events – die Anlage hat nämlich Kalenderbezug. Die Hauptachsen sind auf feste Positionen des Jahreslaufes ausgerichtet.



Pömmelte wird zusammen mit Nebra und der Himmelsscheibe und mit der Anlage in Goseck als Station der “Himmelswege” vermarktet. Die drei Stationen haben wir jetzt gesehen, Pömmelte finde ich jetzt spontan am eindrucksvollsten – aber das kann auch am herrlichen Sonnenschein gelegen haben. ;)

Wir sind noch bis Magdeburg weitergefahren, wo wir übernachten wollten. Bis zur Fähre nach Hiddensee wollten wir nicht in einem Stück fahren und Magdeburg kannten wir noch nicht. Wir sind nu rein bißchen durch die Stadt gebummelt, haben den Dom angeschaut und das Eis auf der Elbe.



Wir wollten uns auf dem urlaubseinstieg nicht stressen – und Silph war auch noch ganz schön gesundheitlich angeschlagen. Wir sind dann am Nachmittag noch ins Kino gegangen – Black Panther - was sicherlich eine gute Idee war. Es war schonender als andere Aktivitäten und außerdem ein unterhaltsamer Film. Und wir waren nicht so spät im Bett. Gute Voraussetzungen für entspannte Weiterreise. ;)

Stimmung:
historisch
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3. Mär 2018

wirbel

The Firebirds Burlesque-Show

Wir kennen die Firebirds seit wir sie in dem Stück “Ganz großes Kino” gesehen haben. Die Jungs machen super Musik, Rock ‘n Roll mit viel Schwung und guter Laune. Mit vielen Instrumenten, auch mal ganz ohne. Sie können alle singen und tanzen… kurz, es machte viel Spaß da zuzusehen und zuzuhören. Wir haben uns also nach weiteren Terminen umgeschaut und die Burlesque-Show entdeckt. Wir wollten eigentlich nur die Musik, aber die Damen haben uns dann auch nicht abgeschreckt.

Wir hatten viel Spaß an dem Abend. Es war eine gute Mischung von Musik und Tanz und kunstvollem Entblättern. Die Firebirds wurden unterstützt von einem Damentrio, den Pearlettes. Ich war erst ein bisschen skeptisch, dass das überflüssig wäre… aber die drei Damen haben das auch super gemacht. Ist ja immer wieder erstaunlich, wie man so rumspringen und tanzen und gleichzeitig singen kann. ;) Also, Musik war wirklich super.

Was die Burlesque-Show anging, das waren drei Damen, die sich auf vielfältige Art kunstvoll entblätterten. Das war durchweg ästhetisch und sehr abwechslungsreich. Die Damen haben sich auch nicht komplett entkleidet, ein Höschen blieb immer und auch obenrum blieben zumindest die Brustwarzen mit glitzernden Dingsis bedeckt: Tassel heißen die, das haben wir jetzt gelernt. Ansonsten entsprachen die drei Damen durchaus dem Schönheitsideal, was beim Burlesque ja gerne mal ein bisschen anders ist und ein breiteres Spektrum an Körperformen bietet. Aber gut, zumindest bei der einen wär ich im Zweifel, ob da all die Formen von Mutter Natur so geschaffen waren. ;)

Insgesamt hatten wir viel Spaß. Am Ende hat auch Dreiviertel des Publikums gestanden, mitgeklatscht und mitgetanzt. Wir haben – eher zufällig – die Premiere erwischt, da waren alle auch sehr dankbar und begeistert, dass es so gut klappte. Es gibt auch gar nicht mal so viele Termine in Dresden, heute nochmal, morgen nochmal, dann gehen sie mit der Show auf Deutschlandtour. Ich kann das nur empfehlen. :)

Stimmung:
beschwingt
Tags:

25. Jan 2018

drei

Neue Synagoge Dresden

Über die Volkshochschule war ich gestern mit einer Führung in der neuen Synagoge in Dresden. Die wurde 1998 - 2001 zwischen Carolabrücke und Terrassenufer errichtet – und ja, da war ich schon in Dresden und müsste mich eigentlich an die Baustelle und das davor erinnern. Tue ich nicht wirklich, ich weiß aber schon noch, dass wir das neue Gebäude alle erst mal ziemlich klotzig fanden, aber auch irgendwie nett mit der Drehung. Inzwischen ist es ein gewohnter Anblick und gehört dort eben zum Stadtbild.

Wir waren gestern eine Gruppe von reichlich 20 Leuten, die sich im Gemeindehaus der Synagoge zusammengefunden hatten. Eine Dame der jüdischen Gemeinde hat uns herumgeführt und viel erklärt zum Haus, zur Gemeinde, dem jüdischen Leben allgemein. Ein breiter Bogen, so dass es nicht wundert, dass wir die Zeit weit überzogen haben. Aber es war sehr interessant und die Dame war so begeistert und beseelt, dass es eine Freude war, zuzuhören. Hätte mein Magen nicht so geknurrt und die Parkuhr nicht längst gemahnt, hätte ich da auch noch länger zuhören können.

Im Gemeindehaus gab es erst mal einen Blick in die Geschichte zu Bau und Zerstörung der alten Synagoge. „Wie Sie wissen“, begann die Dame immer… nein, wusste ich nicht, aber da habe ich es eben gestern gelernt: Die alte Synagoge an dieser Stelle wurde im 19. Jahrhundert von Gottfried Semper gebaut, ein neoromanischer Bau im orientalischen Stil. Nach dem Bau war sie die zweitgrößte Synagoge Deutschlands, die Gemeinde zählte etwa 1000 Mitglieder. 1938 in der Reichskristallnacht wurde die Synagoge niedergebrannt, die Feuerwehr verhinderte nur ein Übergreifen auf andere Gebäude. Am nächsten Tag wurde die Kirche geplündert, später gesprengt, wobei die jüdische Gemeinde dann auch noch die Kosten für die Beräumung des Grundstückes zahlen mussten. Ein Lichtblick aber: von den beiden Sternen, die die Türme der alten Synagoge krönten, kam einer (als Trophäe) zur Dresdner Feuerwehr. Ein Feuerwehrmann hat den Stern gerettet und auf dem Dachboden des Schwiegervaters versteckt, so dass er den Krieg unbeschadet überstand. 1949 konnte er den Stern dann der jüdischen Gemeinde zurückgeben. Der Stern kam zunächst auf die kleine Synagoge am jüdischen Friedhof und hat jetzt seinen Platz in der neuen Synagoge gefunden.

Die neue Synagoge wurde notwendig, da sich die jüdische Gemeinde nach der Wende durch Zuzüge zumeist aus Osteuropa vergrößerte. Nach dem Ende der DDR-Zeit bestand die jüdische Gemeinde in Dresden nur aus 60 – 70 Personen, inzwischen sind es wieder etwa 500, wenn ich mir die Zahlen richtig gemerkt habe. Darüber hinaus bekam das Ansinnen, eine Synagoge am alten Platz zu errichten, auch allgemeines gesellschaftliches und politisches Interesse, da es, nicht weit entfernt, ja auch um den Wiederaufbau der Frauenkirche ging. 1997 wurde also ein Wettbewerb für die Entwürfe ausgerufen und schließlich mit Hilfe zahlreicher Spenden der Neubau errichtet. Übrigens der erste Synagogenneubau in den Neuen Bundesländern (und die Gemeinde hat sich für den drittplatzierten Entwurf entschieden).

Die Synagoge nun: Sie ist ein Klotz aus Beton, das ist auch so beabsichtigt, da die einfache Würfelform und die klobigen Steine an die ersten Tempel der Juden erinnern sollen. Der Bau ist gedreht, da nur so auf der kleinen Grundfläche eine Ausrichtung nach Osten möglich ist. Das Gebäude dreht sich Stufe um Stufe, um schließlich auf 24 m Höhe genau Ostausrichtung zu erreichen. An der Mauer zwischen Gemeindehaus und Synagoge gibt es noch einige gerettete Steine der alten Synagoge. Über dem Eingang der Synagoge prangt der gerettete Davidstern. Und über dem Tor steht die gleiche Inschrift, die auch schon über der alten Synagoge stand: „Mein Haus sei ein Haus der Andacht allen Völkern.“ Ein Willkommen für alle.

In der Synagoge sieht es immer noch nach Betonklotz aus, der Würfel ist genau so nackt und roh wie außen. Mit einem messingfarbenen Kettengeflecht wird darin aber der Gebetsraum abgeteilt. Ein Raum mit Wänden und doch ohne Wände, der an die Zelte und Stiftshütten der jüdischen Stämme erinnern sollte. Das fand ich sehr gelungen, auch eine schöne Idee, auch wenn meine persönliche Assoziation von Kettenhemd und Rittern und Kreuzzug vielleicht nicht ganz passen ist.



Innerhalb des Zeltes finden sich dann die Sitzreihen der Gemeinde, der Schrank für die Thorarollen, die Leuchter, was eben so dazugehört. Alles schlicht, aber schön, in Holz, und ja, es bietet sich an, ein Sitzpolster unterzulegen. Es ist nämlich ganz schön frisch und zugig in dem Betonklotz.

Hier hat uns die Dame noch eine ganze Menge mehr erzählt: seit wann es Synagogen überhaupt gibt, ein bisschen was übers Gemeideleben, ein bisschen was über die Thorarollen, über Ritualgegenstände und Gewänder, über Ge- und Verbote für die Gläubigen. Wir haben Gebrauch gemacht von der Möglichkeit Fragen zu stellen, so dass die Zeit wie im Fluge verging. Natürlich lässt sich eine Religion und die so wechselvolle Geschichte ihres Volkes nicht in zwei Stunden erzählen, aber es war doch ein spannender und berührender Einblick. Für mich hat sich die Führung jedenfalls sehr gelohnt, ich kann das nur weiterempfehlen.

Stimmung:
informiert
Tags:

15. Jan 2018

Wächter

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