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25. Jan 2018

drei

Neue Synagoge Dresden

Über die Volkshochschule war ich gestern mit einer Führung in der neuen Synagoge in Dresden. Die wurde 1998 - 2001 zwischen Carolabrücke und Terrassenufer errichtet – und ja, da war ich schon in Dresden und müsste mich eigentlich an die Baustelle und das davor erinnern. Tue ich nicht wirklich, ich weiß aber schon noch, dass wir das neue Gebäude alle erst mal ziemlich klotzig fanden, aber auch irgendwie nett mit der Drehung. Inzwischen ist es ein gewohnter Anblick und gehört dort eben zum Stadtbild.

Wir waren gestern eine Gruppe von reichlich 20 Leuten, die sich im Gemeindehaus der Synagoge zusammengefunden hatten. Eine Dame der jüdischen Gemeinde hat uns herumgeführt und viel erklärt zum Haus, zur Gemeinde, dem jüdischen Leben allgemein. Ein breiter Bogen, so dass es nicht wundert, dass wir die Zeit weit überzogen haben. Aber es war sehr interessant und die Dame war so begeistert und beseelt, dass es eine Freude war, zuzuhören. Hätte mein Magen nicht so geknurrt und die Parkuhr nicht längst gemahnt, hätte ich da auch noch länger zuhören können.

Im Gemeindehaus gab es erst mal einen Blick in die Geschichte zu Bau und Zerstörung der alten Synagoge. „Wie Sie wissen“, begann die Dame immer… nein, wusste ich nicht, aber da habe ich es eben gestern gelernt: Die alte Synagoge an dieser Stelle wurde im 19. Jahrhundert von Gottfried Semper gebaut, ein neoromanischer Bau im orientalischen Stil. Nach dem Bau war sie die zweitgrößte Synagoge Deutschlands, die Gemeinde zählte etwa 1000 Mitglieder. 1938 in der Reichskristallnacht wurde die Synagoge niedergebrannt, die Feuerwehr verhinderte nur ein Übergreifen auf andere Gebäude. Am nächsten Tag wurde die Kirche geplündert, später gesprengt, wobei die jüdische Gemeinde dann auch noch die Kosten für die Beräumung des Grundstückes zahlen mussten. Ein Lichtblick aber: von den beiden Sternen, die die Türme der alten Synagoge krönten, kam einer (als Trophäe) zur Dresdner Feuerwehr. Ein Feuerwehrmann hat den Stern gerettet und auf dem Dachboden des Schwiegervaters versteckt, so dass er den Krieg unbeschadet überstand. 1949 konnte er den Stern dann der jüdischen Gemeinde zurückgeben. Der Stern kam zunächst auf die kleine Synagoge am jüdischen Friedhof und hat jetzt seinen Platz in der neuen Synagoge gefunden.

Die neue Synagoge wurde notwendig, da sich die jüdische Gemeinde nach der Wende durch Zuzüge zumeist aus Osteuropa vergrößerte. Nach dem Ende der DDR-Zeit bestand die jüdische Gemeinde in Dresden nur aus 60 – 70 Personen, inzwischen sind es wieder etwa 500, wenn ich mir die Zahlen richtig gemerkt habe. Darüber hinaus bekam das Ansinnen, eine Synagoge am alten Platz zu errichten, auch allgemeines gesellschaftliches und politisches Interesse, da es, nicht weit entfernt, ja auch um den Wiederaufbau der Frauenkirche ging. 1997 wurde also ein Wettbewerb für die Entwürfe ausgerufen und schließlich mit Hilfe zahlreicher Spenden der Neubau errichtet. Übrigens der erste Synagogenneubau in den Neuen Bundesländern (und die Gemeinde hat sich für den drittplatzierten Entwurf entschieden).

Die Synagoge nun: Sie ist ein Klotz aus Beton, das ist auch so beabsichtigt, da die einfache Würfelform und die klobigen Steine an die ersten Tempel der Juden erinnern sollen. Der Bau ist gedreht, da nur so auf der kleinen Grundfläche eine Ausrichtung nach Osten möglich ist. Das Gebäude dreht sich Stufe um Stufe, um schließlich auf 24 m Höhe genau Ostausrichtung zu erreichen. An der Mauer zwischen Gemeindehaus und Synagoge gibt es noch einige gerettete Steine der alten Synagoge. Über dem Eingang der Synagoge prangt der gerettete Davidstern. Und über dem Tor steht die gleiche Inschrift, die auch schon über der alten Synagoge stand: „Mein Haus sei ein Haus der Andacht allen Völkern.“ Ein Willkommen für alle.

In der Synagoge sieht es immer noch nach Betonklotz aus, der Würfel ist genau so nackt und roh wie außen. Mit einem messingfarbenen Kettengeflecht wird darin aber der Gebetsraum abgeteilt. Ein Raum mit Wänden und doch ohne Wände, der an die Zelte und Stiftshütten der jüdischen Stämme erinnern sollte. Das fand ich sehr gelungen, auch eine schöne Idee, auch wenn meine persönliche Assoziation von Kettenhemd und Rittern und Kreuzzug vielleicht nicht ganz passen ist.



Innerhalb des Zeltes finden sich dann die Sitzreihen der Gemeinde, der Schrank für die Thorarollen, die Leuchter, was eben so dazugehört. Alles schlicht, aber schön, in Holz, und ja, es bietet sich an, ein Sitzpolster unterzulegen. Es ist nämlich ganz schön frisch und zugig in dem Betonklotz.

Hier hat uns die Dame noch eine ganze Menge mehr erzählt: seit wann es Synagogen überhaupt gibt, ein bisschen was übers Gemeideleben, ein bisschen was über die Thorarollen, über Ritualgegenstände und Gewänder, über Ge- und Verbote für die Gläubigen. Wir haben Gebrauch gemacht von der Möglichkeit Fragen zu stellen, so dass die Zeit wie im Fluge verging. Natürlich lässt sich eine Religion und die so wechselvolle Geschichte ihres Volkes nicht in zwei Stunden erzählen, aber es war doch ein spannender und berührender Einblick. Für mich hat sich die Führung jedenfalls sehr gelohnt, ich kann das nur weiterempfehlen.

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informiert
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2. Jan 2018

kompass

Rückschau und Ausblick

Wieder ist ein Reisejahr vergangen, in dem ich schöne, interessante und entspannende Ziele besucht habe. Ein gutes Jahr für mich so im Kleinen, das weiß ich wirklich sehr zu schätzen.
Jersey im März: ich wollte schon lange mal auf die Kanalinsel, das machte sich nur mit der Anreise etwas mühsam. Letztendlich sind wir mit Zug und Fähre gefahren (Aachen – Paris – St. Malo – St. Helier), das war aufgrund der Fährumbuchung etwas chaotisch, hat aber doch geklappt. Überhaupt ist das Zugfahren in Frankreich entspannt und einfach. Verzichten können hätten wir freilich auf den Kofferdiebstahl in Paris. Braucht kein Mensch. :( Wir haben entschieden, Paris nicht zu mögen und klammern seitdem jegliches Gepäck paranoid fest.

Jersey ist eine schöne Insel, übersichtlich und gut erschlossen mit dem Bussystem. Es gibt weite Strände und zahlreiche historische Monumente, also genau das richtige für uns. Ein bisschen Sonnenschein wäre schön gewesen, aber das hat uns die Tage nicht verleidet. Überraschend die vielen Narzissen, die überall blühten. Felder von Narzissen!

Baltikum im Juni: mal eine ganz andere Richtung. Wir haben Lettland, Litauen und Estland kennengelernt, das sind wirklich landschaftlich schöne Gegenden. Es gibt wunderschöne Natur (Ostsee! Moore!), Burgen und Ruinen und alte Städte.





Ich fand es überraschend, wie wenig exotisch es uns vorkam – das ist vielleicht doch die alte deutsch geprägte Kulturlandschaft. Überraschend auch, wie einfach das Reisen dort war. Verständigung, Unterkunft, Versorgung hat alles super und unkompliziert geklappt, kann ich also nur weiterempfehlen. :)

Frankreich/Charente im August: noch eine Woche Sommer mit Susann. Die Gegend war sehr schön und abwechslungsreich – mir waren die Temperaturen allerdings ein bisschen zu hoch, das ist mir nicht soo gut bekommen. Wir waren am/im Meer, haben Steinzeit und Römerzeit und schicke Burgen besucht und allgemein sehr viel gesehen. Highlights waren für mich auf jeden Fall Lascaux und La Roque Saint-Christophe.

Wandern waren wir dieses Jahr natürlich auch, wir waren im September im Spessart auf dem Eselsweg von Miltenberg nach Heigenbrücken. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter und sind, wenn auch etwas fußlahm, zumindest trocken am Ziel angekommen. :) 55 km in drei Tagen.

Flusskreuzfahrt auf der Donau Ende Oktober – statt südlicher Sonne diesmal Entspannung auf einer Flusskreuzfahrt. Sonne hatten wir da trotzdem und tolle Aussicht auf die Wachau und die Sehenswürdigkeiten bis Budapest. Praktisch ist bei so einer Reise, dass das Bett immer mit dabei ist und man bequem Tagesausflüge machen kann, dass man umhegt und sehr gut verpflegt wird. Dass wir dabei hauptsächlich mit Senioren unterwegs waren, hat uns nicht gestört. Wir haben jedenfalls viel gesehen und beschlossen, dass Budapest auf jeden Fall noch eine Reise wert ist.

Ansonsten gab es noch ein Wochenende in Hamburg, eins in Fritzlar und ich hab dieses Jahr tatsächlich dreimal die Weltenbastler getroffen. Alles wunderbar, hat alles gut geklappt (bis auf den Koffer im Frühling). Mein Dank gilt an dieser Stelle wie immer den werten Mitreisenden – ohne euch wäre alles nur halb so schön. ♥

Und was soll 2018 bringen?

Wir sind tatsächlich mit der Planung schon ziemlich weit, auch wenn die Zielfindung schon mal verschlungene Wege geht. Eigentlich wollten Silph und ich nämlich im März nach Kreta – wir fahren jetzt nach Hiddensee, das ist nicht mal mehr die gleiche Richtung. *g* Ich freu mich aber auf die Insel und die Ostsee.
Im Sommer wollen wir auf die Isle of Man, aufgrund der Flugdaten werden es ein paar Tage London bzw. England und ein paar Tage mehr Isle of Man. Ich weiß noch nicht, ob sich das da wie ein Urlaub anfühlt oder doch bloß wie aneinandergereihte Ausflüge… aber das wird sich dann finden. Langweilig wird uns sicher nicht. :)

Eine weitere Sommerwoche wollte ich mit Susann und vielleicht Katja noch verreisen und dann im Herbst noch mal auf ein Schiff, diesmal vielleicht auf die Rhône. :) Und Wandern wollen wir natürlich auch. Das müssen wir uns alles noch überlegen, aber es ist ja schon mal gut, Pläne zu haben. Pläne sind immer gut und es gibt noch genug Gegenden, die ich mir gerne anschauen möchte. :)

In diesem Sinne: möge es ein gutes und erfolgreiches Jahr werden!

Das Inhaltsverzeichnis der Reisen hab ich jetzt auch mal wieder auf den aktuellen Stand gebracht. Jetzt muss ich mich nur endlich mal aufraffen, die Reiseberichte jahresweise drucken zu lassen. Dass ich die auch mal in den Schrank stellen und rumreichen kann.

Stimmung:

planend

30. Dez 2017

drei

Brüder Grimm

Das war das diesjährige Weihnachts-Kinderstück im Boulevardtheater. Und vielleicht sollte man es besser “Brüder Grimm und die Örksenknörkse” nennen.

Wie es sich für ein Weihnachtsstück gehört, war es bunt, fröhlich, albern, mit viel Gesang und Tanz. Wir haben uns sehr gut amüsiert mit den Brüdern Grimm, die mit viel Fantasie in alltäglichen Dingen Zauberhaftes sehen konnten. Naja, ganz so alltäglich war es nicht mit sprechendem Frosch und sprechendem Backofen und immerhin hatten sie die Hilfe vom Oberörksenknörks, aber die Märchen, in die es mündeten, hatten doch trotzdem einen fast normalen Anfang. ;)

Das unerwartete Highlight war jedoch zweifellos der Wolf auf der Bühne. Bei Nebel und dem Anfang von Rotkäppchen, rannte der Wolfshund auf die Bühne, ein „wooah“ ging durchs Publikum, aber der kam brav zu Jakob und Wilhem zurück und ließ sich füttern. Für den Dialog „Mein Bruder hat mit dem Wolf getanzt“ hat es bei mir aber eine Weile gedauert, um an Kevin Costner zu denken. *g*

Also mir hats gut gefallen. An den Gedanken, wie erschreckend jung die Schauspieler wirkten (nach 1990 geboren), merkt man dann vermutlich, wie alt man selber wird. *g*

Stimmung:
albern
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wirbel

Monet2Klimt

Die Zeitenströmung ist ein Ausstellungsgelände in Dresden, wo die großen Wanderausstellungen präsentiert werden. Ich hab da schon die Tutanchamun-Ausstellung gesehen und die zum Thema Streetart. Seit einer Weile bewerben sie Monet2Klimt, eine multimediale Präsentation impressionistischer bzw. Jugendstilkunst. Die Ausstellung wurde bis Februar 2018 verlängert, da war ich heute gar nicht mal so knapp, wie befürchtet.

Ein bisschen erstaunten mich die Menschenmengen, die heute an einem Samstag Vormittag zur Zeitenströmung unterwegs waren – tatsächlich wollten die meisten aber in die Ausstellung mit den Eisskulpturen. Die Kunstausstellung war trotzdem gut besucht, was aber auch daran liegt, dass der Raum gar nicht mal so groß und die Sitzplätze gar nicht mal so reichlich waren. Ich hatte eigentlich etwas Größeres erwartet, wo man herumlaufen und verschiedene Dinge anschauen kann. Es war dann aber nur ein Raum mit Sitzplätzen in der Mitte und Film ringsum. Der Film ging eine Dreiviertelstunde, lief dann nahtlos wieder von vorn, so dass man zu jedem Zeitpunkt einsteigen konnte. Präsentiert wurden Kunstwerke von van Gogh, Monet und Klimt, die wirklich sehr schön animiert und arrangiert waren. Mit passender Musik kam wirklich Leben in die Bilder, Wolken, Pflanzen, Wasser bewegte sich. Durch den Rundumblick schien man sich mitten in der Kunst zu befinden, das machte manchmal fast schwindelig, wenn sich alles bewegte. Das Schwindelgefühl könnte aber auch an dem Glühwein liegen, den es zum Eintritt dazu kam und der auf nüchternen Magen quasi mein Frühstück war. *g*

Der Nachteil am Rundumblick war, dass man natürlich nicht in alle Richtungen gleichzeitig gucken konnte und gegebenenfalls Dinge im Rücken verpasst hat. War aber nicht so schlimm, man hatte ja genug Zeit. Ich hab den Film dann auch anderthalb Mal angeguckt, weil ich den teil mit Klimt noch mal sehen wollte. Ich mag alle drei Künstler sehr gerne, alle auf ihre Art waren sehr schön zum Leben erweckt worden. Klimt, mit all dem Gold und all den Symbolen und Flitterdingen, die sich plötzlich bewegten (die Augen!) hat mir persönlich am besten gefallen.

Also, gut, dass ich mich aufgerafft habe. Mir hats gefallen. Ob die Dreiviertelstunde Film allerdings den Eintritt von 12 Euro wert ist… muss jeder selbst entscheiden. Ich fand das schon ein wenig reichlich.

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bunt
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20. Dez 2017

Wächter

Reise in die Familienvergangenheit

Vor einer Weile hat Frau Kaltmamsell die Frage gestellt, wovon die Großeltern gelebt haben. Zusammenkam eine ganze Sammlung von Familiengeschichten und Lebensentwürfen, die im Kleinen vielleicht nicht als heldenhafte Romanhandlungen taugen mögen, aber eben vom Leben erzählen.

Ich hab am Wochenende Mama ausgefragt, die sich glücklicherweise vorher schon mal die Mühe gemacht hat, Fotos und Daten zusammenzutragen als kleine Familienchronik. Ich kann schon mal sagen, die Familiengeschichten hier bewegen sich alle im kleinen Kreis einfacher Arbeiter – und auch in kleinem geographischem Kreis von etwa 15 km im Erzgebirge. Erst meine Generation oder noch eine jünger zieht weiter hinaus.

Väterliche Seite:

Ich kann mich an meine Urgroßmutter erinnern, die Mutter meines Vatersvaters. Ihr Mann ist 1940 gestorben, da waren ihre beiden Jungs schon groß. Ob und was sie gearbeitet hat, weiß ich nicht, ich kenn sie nur als hutzelige alte Frau mit biestigem Charakter, ich hatte als Kind immer Angst vor ihr. Meine letzte Erinnerung an sie ist aber eine schöne: sie war am Ende bettlägerig nach einem Oberschenkelhalsbruch, ich (9 oder 10 Jahre alt) hab ihr vorgelesen und das war für uns beide schön. Heute weiß ich, dass das „biestig“ wohl eher ein starker, unabhängiger, ruppiger Charakter war, dass sie bei groben Arbeiten fest zupacken konnte, dass sie auch gern ein Schnäpschen in der Tasche hatte und nicht auf den Mund gefallen war. Sicher war es für meine Oma nicht leicht, mit einer solchen Schwiegermutter unter einem Dach zu leben – aber ich empfinde doch Sympathie für sie. Und ich liebe das Foto:



Mein Opa, also ihr Sohn und der Vater meines Vaters, hat Schreiner gelernt. Das Arbeiten mit Holz war auch immer das, was ihm am Herzen lag und was ihn glücklich machte. Gearbeitet hat er später in der Brauerei im Ort im Büro, mit Holz hat er dann in seiner Scheune gewerkelt. Er war vielseitig interessiert, ist im Rahmen der Möglichkeiten gern gereist, war Held unserer Kindheit, der Puppentheater für uns spielte und Räubergeschichten erzählte – es war traurig, mitanzusehen wie er im Alter schwer dement wurde. Er hat noch ein bisschen was von früher erzählt, vom Krieg, aber ganz am Ende war sein Tod für alle eine Erlösung. Demenz ist mein persönliches Schreckgespenst, meine Angst.



Opa und Oma haben 1949 geheiratet, da war sie schon mit meinem Vater schwanger. Sie stammt aus einem Bauerngut, hat Hauswirtschaft gelernt und war wohl auch bei anderen Familien in Stellung. Wenn ich die Erzählungen meines Opas richtig deute, war er ihren Eltern (erst mal?) nicht gut genug. Er war sehr stolz drauf, dass er ihr ein gutes Leben und ein schönes Heim verschaffen konnte. Sie hat ihn bestimmt geliebt, ob es bei ihm mehr als Stolz war… vielleicht ist das Herzliche auch nur bei zunehmender Demenz untergegangen. Auch Oma hat in der Brauerei gearbeitet, am Band bei Abfüllung und Flaschenwaschen. Sie war für uns Enkel immer da, es gab immer ein Marmeladenbrot, wenn wir nach der Schule vorbeischauten. Wir haben ganze Ferienwochen dort verbracht, sind im Garten herumgesprungen, wurden mit Lieblingsessen bekocht. Es tut mir leid, dass ich später so wenig Zeit mit ihr verbracht habe, immer nur mal auf einen Sprung vorbeigeschaut habe. Schlechtes Gewissen, das ich nicht ändern kann.
Wir haben immer gesagt, wenn Opa stirbt, legt sich Oma daneben. Aber dann ist sie gestorben, weil sie nicht noch mal operiert werden wollte, weil sie nicht mehr wollte und konnte, und für Opa ging es noch fast 10 Jahre abwärts in die Demenz.

Ich kann mich auch an den Vater dieser Oma erinnern, als alten Mann in Cordhose, der auf der Bank vor dem Haus sitzt. Aber vielleicht sind es auch nur Erinnerungen, die auf alten Fotos beruhen, ich war wohl etwa 2 oder 3 als er starb (aber ich erinnere mich auch an die Schweine, die es zu der Zeit gab und von denen gibt es keine Fotos…)

mütterliche Seite:

Der Vater meiner Mutter war ein Einzelkind, der wurde 1914 im Krieg geboren, seine Eltern waren da nicht verheiratet. Seine Mutter war eine Blechfabrikarbeiterin, sein Vater Stricker, zumindest steht das in der Heiratsurkunde seiner Eltern. 1918 haben die doch noch geheiratet, 1918 ist der Vater dann aber in Frankreich noch gefallen. Ob und was mein Opa gelernt hat, weiß ich nicht. Er war im 2. Weltkrieg, in Stalingrad, glaube ich. Nach dem Krieg hat er verschiedene Arbeiten gemacht, Heizer, Transportfahrer, Fabrikarbeiter. Als letztes war er Maschinengehilfe in der Papierfabrik, daher die großen Bögen glattes Papier, auf denen wir Kinder malen konnten. Auch er hat zu Hause mit Holz gearbeitet, gedrechselt vor allem. Wir haben alle Engel und Kerzenleuchter von ihm, Blumenbänckchen, Klöppel und anderes mehr, das bleibt uns. Er ist über 90 geworden – mit einer gewissen schadenfrohen Genugtuung, dem Staat damit lange Rente abzuknöpfen. Und bei einer meiner letzten Begegnungen hat er gesagt „Kind, du schreibst doch gerne, dir müsste ich mal mein Leben erzählen.“ Hätten wir das mal gemacht.



Die Mutter meiner Mutter wurde 1913 geboren, sie hat im 2. Weltkrieg zwei Kinder bekommen, die beiden anderen danach – meine Mutter als jüngste war ein Nachzügler, da war ihre Mutter schon 40. Oma hat für die Strumpffabrik im Ort in Heimarbeit gearbeitet, vielleicht auch in der Fabrik selbst – ich kann mich erinnern, dass sie uns da mal mit reingenommen hat. Aber da muss sie eigentlich schon Rentnerin gewesen sein…
Oma und Opa haben in einem winzigen Häuschen gelebt – ich kann mir kaum vorstellen, wie das mit 4 Kindern ging. Sie haben immer schwer gearbeitet, sie waren auch immer viel in der Natur – aber inzwischen weiß ich, dass das Pilzesuchen und Beerensammeln zumindest früher nicht nur Hobby sondern Notwendigkeit war, weil sie keinen Garten hatten, um etwas anbauen zu können. Ich erinnere mich gut, wie meine Oma Waldhimbeeren geputzt und eingekocht hat, Vitamine für den Winter. Ich erinnere mich auch, wie wir immer Halma gespielt haben – auch wenn ich gegen Oma und meine Mutter da jämmerlich untergegangen bin. Sie starb 1985, das war das erste Mal, dass ich meine Mutter habe richtig Weinen sehen.

Wir haben noch ein paar Fotos, ein paar Namen und Daten – aber schon auf den Fotos ist es schwer, die Leute zu identifizieren. Für meine Eltern schon, für mich und meine Schwester erst recht. Für richtige Ahnenforschung fehlt mir allerdings die Geduld, auch wenn es mich schon sehr interessiert. Immerhin hab ich mal versucht, den Mädchennamen meiner Urgroßmutter zu googlen – ohne Erfolg, was ich auch schon fast bemerkenswert finde.

Und noch eine hübsche Erkenntnis: ich hab bei meiner Urgroßmutter meine Augen erkannt. :)

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dokumentierend
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5. Dez 2017

wirbel

Kochen mit der Volkshochschule

Die VHS Dresden hat immer ein spannendes Kursangebot – ich mag auch die Kochkurse, die da angeboten werden. Die sind vielfältig und exotisch und ein schönes Gemeinschaftserlebnis. Deshalb hatte ich mir mal wieder einen zum Geburtstag gewünscht – da machen sich gemeinsame Aktivitäten ja auch immer gut. :)

Wir waren also gestern kochen, mittel- und südamerikanisch. Das Thema war „Tamale“, das sind in Mais- oder Bananenblätter gewickelte Päckchen aus Maisbrei und Füllung. Schon ziemlich exotisch, Bananenblätter hat man ja eher nicht im Küchenschrank.

Es gab zu Beginn eine kurze Einführung zu den verschiedenen Varianten in den verschiedenen Regionen. Dann wurden Rezepte verteilt und es ging auch schon los. Susann und ich, wir hatten ein Rezept mit Hühnchen mit Schokoladensoße, Mandelsplittern, Rosinen, Ei und Olive. Ja, doch so exotisch – aber ich mag ja die Kombination von süß und herzhaft. Schwierig daran war, das Maismehl mit Brühe vermischt zu einem knetbaren Teig zu kriegen, das war mengenmäßig etwas rätselhaft, da wir ja auch nicht wussten, wie das Ergebnis aussehen musste. Etwas unhandlich war es auch, die langen Bananenblätter zu handhaben – das Päckchenpacken ging dagegen relativ flott. Die Schokoladensoße hat allerdings die Kursleiterin gefertigt. Die fertigen Päckchen wurden dann in einen Topf gestapelt und gekocht – hier erstaunte die Dichtheit der Blätter, in denen der Maisbrei nur fester wurde, aber nicht davonschwemmte.

Am Ende hatten wir verschiedene Sorten von Tamale, mit verschiedenen Fleisch- und Gemüsefüllungen und auch als süße Variante mit Ananas. Dazu gab es eine scharfe rote Soße und einmal Guacamole – und nicht zu vergessen einen Drink aus Sahne und Gewürzen und Rum. Wir haben geschlemmt und wir haben Vorräte eingepackt, so dass wir da zu Hause noch mal von essen können.



Tamale sind jetzt eher nichts, was ich in meine Küche übernehmen werde. Das gemeinsame Kochen hat aber Spaß gemacht, es war interessant und wir wissen jetzt, was das für Dinger sind, falls wir die mal auf einer Speisekarte finden. Und lecker war es auch. :)

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in der Küche
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30. Nov 2017

kompass

Linz

Unsere letzte Station auf der Donau war Linz, die Landeshauptstadt von Oberösterreich. Auch hier hatten wir wieder einige Stunden Aufenthalt, die wir für einen individuellen Stadtbummel genutzt haben. Anliegestelle war wieder sehr zentral, direkt am Hauptplatz, der mit dem Alten Rathaus und der Dreifaltigkeitssäule schon mal sehr hübsch war.



Der Hauptplatz ist auch die Endhaltestelle der Pöslingbergbahn, einer historischen Schmalspurbahn, die auf den die Stadt überragenden Pöslingberg führt. 1897 wurde die Bahnstrecke errichtet, seit 2009 führt sie bis ins Stadtzentrum. Wir sind am Hauptplatz eingestiegen und haben uns auf den Berg hochbringen lassen. An einem Sonntagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein hätte es uns vermutlich nicht überraschen dürfen, dass die Bahn sehr voll war. Oben auf dem Berg haben sich die Leute dann aber verteilt, so dass man die Aussicht in Ruhe genießen konnte.



Oben auf dem Berg ist auch eine Kirche, die haben wir uns natürlich auch angeschaut. Den Dinopark haben wir uns dagegen gespart. Wir sind gleich mit der nächsten Bahn wieder runter gefahren.

Zurück im Stadtzentrum sind wir durch die Gassen mäandert, zuerst zum Alten Dom, der Ende des 19. Jahrhunderts vom Mariä-Empfängnis-Dom abgelöst wurde.

Der Alte Dom hat uns gut gefallen – unglücklicherweise hat sich Michaela beim Rausgehen den Fuß verknackst, so dass wir keine großen Fußmärsche mehr zurücklegen konnten. Den (neuen) Mariä-Empfängnis-Dom haben wir natürlich trotzdem angeschaut, auch wenn der Innen wegen Umbauarbeiten teilweise gesperrt war. Wir haben dabei gelernt, dass der Dom die (nach Fassungsvermögen) größte Kirche Österreichs ist. Nicht der Höhe nach, die übertrifft der Stephansdom in Wien dann doch noch um 2 m.



Wir fanden den Dom – vermutlich wegen der Bauarbeiten – eher finster. Von außen hat man ihn auch nicht besonders gut gesehen, weil die umliegenden Häuser nicht genug Freifläche boten. Aber gut, wir sind auch nicht drumrumgelaufen, vielleicht hätte es auf einer anderen Seite anders ausgesehen.

Wir sind in ein Café eingekehrt, die Konditorei Jindrak, die auch glutenfreie Köstlichkeiten bot. Das war da sehr lecker, gehaltvoll und gemütlich. Da brauchten wir danach nicht mehr viel Unterhaltungsprogramm und sind im Abenddämmerlicht zum Schiff zurückgelaufen.



Für das Schiff ging es dann über Nacht nach Passau zurück, wo die Reise dann wieder endete. Wieder außerhalb der Stadt, ein Taxi hat uns aber problemlos zum Bahnhof zurückgebracht – und mein Auto stand auch noch am Parkhaus. :)

Auf dem Schiff waren wir sehr angenehm unterwegs, wir waren gut betreut und sehr gut verköstigt. Es ist eine einfache und bequeme Art zu reisen – natürlich ist das geeignet für Senioren und wird von denen gerne wahrgenommen. Aber wie gesagt, das muss jüngere Menschen ja nicht hindern. ;) Ich für meinen Teil kann mir das auch auf anderen Flüssen gut vorstellen (Frankreich nächstes Jahr?), wenn auch nicht als 3 Wochen Sommerurlaub. Eine Woche ist genau angenehm und sehr entspannend.

Ich hab einige Städte kennengelernt und weiß beispielsweise, dass ich Budapest gerne noch mal für einen Städtetrip besuchen würde. Auch in Wien gibt’s noch genug Dinge, die einen Besuch lohnen, und die Wachau ist – gerade auch in Herbstgold – eine wunderschöne Landschaft. Man kann ja nie genug Reiseziele haben. :)

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dokumentierend
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26. Nov 2017

kompass

Wien

Über Nacht sind wir in Wien angekommen, hatten dann den ganzen Tag für eine Erkundung der Stadt Zeit. Dazu brauchten wir auch keinen Gruppenausflug. Wir hatten auch kein strenges Besichtigungsprogramm, weil wir beide schon in Wien gewesen sind und so die grundlegenden Sehenswürdigkeiten schon kannten. Viel besser war es da, bei der Gelegenheit Nina zu treffen und einen schönen Stadtbummeltag zu verbringen. War ja zum Glück Wochenende und Nina hatte Zeit. :)

Unser Schiff lag ein Stück außerhalb in Wien Nussdorf, die Verbindung in die Innenstadt war aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln unproblematisch. Wir hatten uns am Stephansdom verabredet – da war eher die Schwierigkeit, sich zwischen den Touristen zu finden und die Meute der mozartverkleideten Werbeflyerverteiler loszuwerden. Wir standen da ein paar Minuten rum und sind 10… 11x angequatscht worden…



Der Stephansdom also – wir haben ja gelernt, dass der ein Kind der Mutterkirche in Passau ist. Er ist eines der wichtigsten gotischen Bauwerke und Wahrzeichen der Stadt. Wir sind drumrumgelaufen, wir sind drin gewesen, ohne uns aber Schatzkammer oder Turm anzuschauen. Dafür gab es musikalische Untermalung, weil drinnen gerade Chor und Orgeln für das Abendprogramm probten.

Wir sind dann gemütlich durch die Stadt gelaufen, an der Pestsäule vorbei und den ganzen schönen Stadthäusern und wir waren Schuhe umtauschen in der Michaeliskirche vor der Hofburg.



Dann haben wir Gebrauch von unserem Tagesticket gemacht, um zu Schloss Schönbrunn hinauszufahren. Da waren wir zwar nur im Garten, aber das war bei strahlendem Sonnenschein ja auch sehr schön.



Dann war schon Zeit für Mittagshunger, wir waren im Vapiano, das auch glutenfreie Pizza bot. Und dann haben wir erst mal die neue Wohnung angeguckt, Ninas Freund kennengelernt, der uns dann auch gleich für den restlichen Ausflug ins Auto gepackt hat. :) Es ging wieder Richtung Nussdorf, dort aber hinauf auf den Berg, der unseren Schiffsanleger überragte. Der 484 m hohe Berg bietet ein Kirchlein, eine Aussichtsplattform – und eben auch großartige Aussicht über ganz Wien.



Berühmt ist der Berg auch für die Schlacht am Kahlenberg, bei der die türkische Invasion zurückgeschlagen wurde. Zum Andenken findet sich noch eine Gedenktafel an den Heerführer der Truppen, den polnischen König Jan Sobieski. Ich kenn mich mit polnischer Geschichte nicht aus – habe jetzt aber gelernt, dass er der Amtsvorgänger von August dem Starken war.

Wir haben die Aussicht beguckt und wir sind im Café eingekehrt für ein überteuertes Kaffeetrinken. Auch interessant, wenn man als Gäste vom Personal ständig übersehen wird, weil die damit beschäftigt waren, sich gegenseitig anzufauchen.

Bis zum Einbruch der Dämmerung haben wir da gesessen und geschwatzt, dann noch mal die Aussicht mit der Beleuchtung der Stadt genossen und sind dann zum Schiff zurückgebracht worden. Da konnten wir gleich noch das Schiff und die Kabinen vorführen.

Ein schöner Tagesausflug – und prima, dass es mit dem Treffen geklappt hat. Nächstes Jahr dann wieder. :)

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gesellig
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23. Nov 2017

drei

Sex und Evolution

Gestern war ja Feiertag – ich hab die Gelegenheit genutzt, mal wieder ins Museum zu gehen.

Das Japanische Palais beherbergt ja nun leider nicht mehr das Museum für Völkerkunde, es gibt dort trotzdem noch ab und zu Sonderausstellungen. Im Moment ist das eine Ausstellung der Senckenberg Gesellschaft zum Thema Sex und Evolution. Natürlich, sex sells, da war ich neugierig.



Die Ausstellung füllt einen großen Raum. Es wird erst mal erklärt, welche Arten der Fortpflanzung es gibt und was der Vorteil der sexuellen Fortpflanzung ist. Was sexuelle Selektion ist, wie das mit Geschlechtern ist, und wen man zur Fortpflanzung so braucht. Weiter ging es mit Interessantem und Kuriosem, von den Liebespfeilen zwittriger Schnecken über Massenvergewaltigungen bei Stockenten bis hin zu homosexuellen Delphinen. Man konnte sich Brunftschreie anhören und Duftstoffe schnuppern – Moschus geht ja, der Duft der Zibetkatze ist hingegen ziemlich scheußlich. Das war alles interessant und weit gefächert, und es war vor allem unverkrampft, ohne dabei zu trocken und akademisch zu sein. Auch stand nicht der Mensch im Mittelpunkt, sondern war nur ganz selbstverständlich Teil der biologischen Betrachtungen. Das hat mir gut gefallen, auch wenn ich zugebe, dass ich mengenmäßig irgendwie mehr erwartet hätte.

Inhaltlich hat mir ein Hinweis gefehlt, dass es beim Menschen biologisch gar nicht immer so eindeutig ist mit binärer Geschlechterzuschreibung. An äußerlichen Dingen möchte ich die Lesbarkeit der Schilder bemängeln. Weiße Schrift auf pastellfarbenem Grund? Oder zu großer Abstand und eine Glasscheibe dazwischen wie bei den ichkannsnichtrichtiglesen Schildkrötenpenissen…

Insgesamt war es durchaus ein lohnender Besuch, wenn auch keine tagesfüllende Beschäftigung. Gestern hätte es auch noch Kaffee und Kuchen gegeben, wenn ich lange genug geblieben wäre, da die Senckenberggesellschaft ihren 200. Geburtstag feierte. Da war ich aber schon wieder weg, ein knappes Stündchen hat mir für die Ausstellung völlig gereicht. Ich hätte mir, weil ich schon mal da war, auch noch die andere Ausstellung im Japanischen Palais angeschaut, aber die hat nur samstags und sonntags geöffnet. Da hätte man vielleicht auch am Feiertag mit aufsperren können…

Stimmung:
neugierig
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21. Nov 2017

kompass

Bratislava

Bratislava ist die Hauptstadt der Slowakai. Die Stadt – ehemals Pressburg – befindet sich nur ca. 55 km von Wien entfernt. Uns wurde gesagt, dass das der geringste Abstand zwischen zwei europäischen Hauptstädten ist - was wir allerdings am Beispiel des Vatikan bezweifelt haben. ;)

Unser Liegeplatz war wieder direkt an der Altstadt – wir sind am frühen Nachmittag angekommen, nachdem wir unterwegs recht lange vor einer Schleuse herumgedümpelt sind. Aber Bratislava ist überschaubar, da ist man gut in zwei, drei Stunden durchgewandert und hat sich einen Überblick verschafft.

Wir haben mit dem gotischen Martinsdom angefangen, der gleich am Eingang zur Altstadt steht.



Der Dom war seit dem 16. Jahrhundert Krönungskirche der ungarischen Könige, woran noch die goldene Krone auf der Turmspitze erinnert. Hier wurde unter anderem auch Königin Maria Theresia gekrönt, Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn. Seltsamerweise fanden sich da in der Kirche keine Hinweise drauf.

Ich hab mir irgendwie eingebildet, dass Bratislava europäische Kulturhauptstadt war… scheint aber nicht so, wenn ich da jetzt etwas nachrecherchiere. Jedenfalls macht die Stadt einen kunstbegeisterten Eindruck, überall in der Altstadt stehen Skulpturen verteilt, besonders berühmt ist der Kanalgucker:



Wir sind am Marktplatz gewesen, haben das hübsche alte Rathaus gesehen und all die anderen hübschen Stadthäuser. Wir haben an zwei Kirchentüren gerüttelt, die aber leider verschlossen waren. Wir waren in der slowakischen (Haupt?)Post und haben Postkarten versandt. Und wir haben das Michaelistor beguckt. Viele dieser Sehenswürdigkeiten sind mit den Krönchen des Krönungsweges verbunden, so dass man sich ganz gut orientieren kann.



Und wie gesagt, die Altstadt ist überschaubar, das ist alles in recht kleinem gebiet versammelt.

Etwas weiter gelaufen sind wir zur Blauen Kirche:



Eigentlich heißt sie Elisabeth-Kirche und wurde Anfang des 20. Jahrhundert im ungarischen Jugendstil errichtet. Sie ist berühmt für ihre blaue Farbe und die Mosaike – aber auch da konnten wir leider nur von außen gucken, weil das Tor verschlossen war. Schade.

In schönstem Abenddämmerlicht sind wir wieder zurück gelaufen, am Nationaltheater vorbei.



Und weil wir noch keine Lust hatten, aufs Schiff zurückzukehren, sind wir noch in ein kleines Café eingekehrt. Für Michaela gab‘s Eis, für uns beide Heiße Schokolade – und das war wirklich Schokolade, süß und köstlich und dick wie Pudding. Mjam. Ohne die Sahne dazu wär es vermutlich sogar zu süß gewesen, aber zusammen war es nur lecker. Wir haben schon gesagt, dass alle, die ehemals Österreich-Ungarn waren, das Talent für Süßes und Mehlspeisen behalten haben. ;)

Im Dunkeln ging es dann zurück zu Schiff, so dass wir noch die Beleuchtung von Burg und Brücke genießen konnten.



Bratislava ist hübsch und sicher einen Ausflug wert – ein ganzes Wochenende muss man hier aber eher nicht verbringen. Durch die Nähe zu Wien ist es ja auch von da aus leicht zu erreichen.

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unterwegs
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